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Stand und Perspektiven der energetischen Holznutzung in Deutschland – eine Einordnung

Quelle: Forstarchiv 78: 3, 65-72 (2007)
Autor(en): Eltrop L, König A

Kurzfassung: Unter den nachwachsenden Rohstoffen ist Holz der wichtigste Energieträger für die Bioenergie. Holz besticht durch seine vielfälti-gen energietechnischen Nutzungsmöglichkeiten, von der Wärme- und Stromerzeugung bis hin zu den Bio-Treibstoffen. Der Markt für Holzrohstoffe hat sich insbesondere in den letzten zwei Jahren sehr dynamisch aufwärts entwickelt. Sowohl für die stoffliche alsauch die energetische Nutzung wird Holz in großen Mengen nachgefragt. Der Wettbewerb hat erhebliche Preissteigerungen bei allen Holzroh- undBrennstoffen verursacht, die z. B. bei Pellets innerhalb eines Jahres deutlich über 35 % liegen. Allerdings sind noch ungenutzte Potenziale an Holzaus der Forstwirtschaft und Holz verarbeitenden Industrie vorhanden, weitere Potenziale können zukünftig auch aus dem Energiepflanzenanbau inKurzumtriebsplantagen (KUP) erschlossen werden. In allen Bereichen müssen aber nachhaltige Mobilisierungsstrategien entwickelt und umgesetztwerden.Holz ist für die Bioenergie in Deutschland unverzichtbar. Es bildet das Rückgrat für die regenerative Wärmeversorgung. Große Mengen werdenfür private Kleinfeuerungsanlagen, von Holzzentralheizungen über Holzöfen bis Pelletkessel nachgefragt. Trotz der gestiegenen Rohstoffpreise lie-gen die Gesamtkosten für Holzheizsysteme (Pellet und Scheitholz) in Kleinfeuerungsanlagen im Vergleich zu Alternativen mit Öl oder Gas in glei-cher Größenordnung. Der Holzbedarf für industrielle und kommunale Heizwerke hat ebenfalls immens zugenommen. Fast das gesamte Altholz wirdin großen Kondensationskraftwerken (- 100 MW) zur Stromproduktion eingesetzt. Im mittleren Segment (< 20 MWel) entstehen zunehmend Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit Holz als Brennstoff, der aus dem Wald, häufig auch aus der Landschaftspflege kommt. Die Nutzung von Holz inNahwärmenetzen ist im Vergleich mit anderen Holzenergiesystemen mit den geringsten spezifischen Emissionen an Partikeln und Feinstaub ver-bunden. Im Bereich der Bio-Treibstoffe ist Holz zukünftig ein attraktiver Rohstoff für die Produktion synthetischer Kraftstoffe auf dem BtL-Pfad(biomass-to-liquid) oder auch die Herstellung von Ethanol über eine fermentative Verzuckerung mit speziell angepassten Enzymen. Angesichts der vielen Nutzungsmöglichkeiten, die der Rohstoff Holz – stofflich und energetisch – bietet, und der Ansprüche aus vielen Wirt-schaftssektoren müssen die Potenziale sinnvoll und vor allem effektiv genutzt werden. Die Nutzung der Biomasse und insbesondere von Holz – undihre Förderung – muss sich zukünftig noch stärker am Effizienzkriterium ausrichten. Auch wenn die Potenziale erheblich sind, erfordert das letztlichbegrenzte Potenzial einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit dem wertvollen Rohstoff Holz.


State and perspectives of energetic wood utilisation in Germany – a classification

Abstract: Among the renewable biogenic raw materials, wood is the most important biofuel. Within bioenergy this is particularly due to the mani-fold and variable options for utilisation, from heat and electricity generation to the production of biofuels.The market for wood raw material has developed rapidly, particularly in the last two years. Wood is requested from both, the market for raw ma-terial use and for bioenergy. The competition has lead to remarkable price increases for all woody biofuels, among which e. g. for pellets the increasewithin one year exceeded 35%. However, there are additional raw material potentials available. The main sources are in the forest, in the wood ma-nufacturing industry and in future also in wood production in short rotation coppices on agricultural land. However, it is important rapidly to deve-lop and implement adequate and sustainable mobilisation strategies for wood raw material in all areas. Wood is indispensable for bioenergy utilisation in Germany. It forms the backbone e. g. for renewable heat supply. Large amounts are used insmall scale private boilers and stoves. Also at the increased price level for wood raw materials, the use of wood stoves and pellet boilers is competi-tive compared to fossil fuel gas or oil boilers. The demand for industrial and communal heating plants has increased considerably. Almost all used-wood is converted to electricity in large (up to 100 MW) condensation power plants. In the mid-range segment (< 20 MW) combined heat and po-wer plants (CHP) are increasingly installed, using wood from forests but also from landscape management. In wood power plants connected to adistrict heating network the lowest specific emissions e. g. for particles is found compared to other wood energy systems. Wood also forms an at-tractive source for the BtL-pathway (biomass-to-liquid) to produce second generation synthetic biofuels. This is also true for the innovative techno-logy to produce ethanol via the fermentative digestion of wood with specially adapted enzymes. In face of these many possibilities to use wood for raw material or bioenergy the potentials have to be used in a smart manner and possibly mostefficient way. The utilisation of wood – and also of public support – must be oriented more towards efficiency in future. Even though the potentialsare significant, the eventually limited amounts point out that we have to deal with the valuable raw material in an efficient and sustainable way. © DLV München  

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