Schnittholz Sägewerke
Als Folge der Sanktionen der EU gegen Russland müssen russische Sägewerke ihre Produktion kürzen oder sogar den Betrieb einstellen, wie das Branchenportal Lesprom berichtet.
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Russische Sägewerke kürzen Produktion

12. Juni 2022

Am 10. Juli tritt das von der EU verhängte Importverbot für russisches Schnittholz in Kraft. Laut Einschätzung des Branchenportals Lesprom werden die Sägewerke im Nordwesten Russlands dann ihre Produktion kürzen oder sogar einstellen müssen.

Bereits im April sei das Volumen der Schnittholzimporte nach China um 20,1 % im Jahresvergleich auf 2,2 Millionen m3 zurückgegangen. Die Lieferungen aus Russland gingen um 11 % auf 1,04 Mio. m3 zurück. Der Rückgang der Holzimporte sei auf Sperrungen chinesischer Häfen aufgrund aufgrund der strikten Corona-Regelungen sowie auf einen Abschwung in der Bauindustrie in China zurückzuführen. Die Hausverkäufe seien im ersten Quartal um 25,6 % zurückgegangen und die Baustarts in Bezug auf die Fläche um 17,5 %.

Weniger Holz nach China und Japan

Auch die Exporte von russischem Schnittholz nach Japan seien im April gesunken. Trotz eines Anstiegs der Schnittholzimporte nach Japan um 5,6 % auf 395.900 m3 seien die Lieferungen aus Russland um 22,1 % auf 58.400 m3 zurückgegangen. Japanische Wohnungsbauunternehmen suchten nach neuen Holzlieferanten, nachdem die größten Reedereien Maersk und MSC den Transport von russischem Holz am 1. März eingestellt hatten.

Russischer Markt übersättigt

Der russische Inlandsmarkt werde die aus dem Export freigesetzten Mengen nicht aufnehmen können, so die Einschätzung von Branchenexperten. Der Schnittholzpreis habe bereits begonnen zu fallen. Russland produziere etwa 30 – 40 Mio. m3 Schnittholz pro Jahr. Der russische Markt benötige etwa 10 Millionen m3. Den Überschuss zu vermarkten dürfte zunehmend schwieriger werden. Die Lagerbestände in russischen Sägewerken wachsen.

Die Holzexporte nach Europa, dem Hauptmarkt für Sägewerke im Nordwesten Russlands, enden am 9. Juli, wenn die Nachfrist für Lieferungen aus Verträgen endet, die vor der Verhängung von Sanktionen durch die Europäische Union geschlossen wurden. Laut Stimmen aus der russischen Sägeindustrie wird es dann zu Schließungen von Sägewerken kommen.

China keine Option

Auch Schnittholzexporte nach China seien für die Sägewerke im Nordwesten Russlands unrentabel geworden. Die EU-Sanktionen machen eine Verschiffung des Holzes über die europäischen Seehäfen unmöglich. Es bleibe nur die Bahn, die aber bei weitem nicht die nötige Kapazität habe, um die anfallenden Holzmengen aufzunehmen.

Darüber hinaus senke China jetzt den Preis für russisches Schnittholz, während die Kosten für den Containertransport um ein Vielfaches gestiegen seien. Sei der Verkauf von Schnittholz nach China im März/April noch rentabel gewesen, liefern russische Sägewerke das Schnittholz jetzt zu einem Preis unterhalb des Selbstkostenpreises.

Die fehlende Logistik würgt also den russischen Schnittholzexport ab. Die Sanktionen der EU scheinen Wirkung zu zeigen.

Quelle: Lesprom