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Holz sicher und rationell spalten

Holz sicher und rationell spalten

Mit dem Rückholspalter RHZ 32 hat die BGU, Baugeräteunion, aus Ansbach, Brodswinden, den Prototyp eines Liegendspalters von Meterholz vorgestellt, der nicht nur eine neues Funktionsprinzip sondern auch ein neues Sicherheitssystem besitzt. Der Spalter hat einen Korb als trennende Sicherheitseinrichtung.

Entwickelt wurde der Spalter von dem Landwirt und Maschinenbautechniker Konrad Biberger aus Hofendorf bei Neufahrn in Niederbayern, der neben seiner Landwirtschaft ein Konstruktionsbüro innehat. Der Spalter ist auf einem Fahrgestell aufgesetzt, so dass er auch von kleineren Schleppern transportiert werden kann.
Das neue Funktionsprinzip war auch namensgebend. Rückholspalter bedeutet, dass sich beim Spaltvoragng nicht nur ein Hydraulikzylinder nach hinten auf das Spaltmesser bzw. Spaltkreuz zubewegt, sondern der gesamte Spalttisch einschließlich des Stammhebers. Nach dem Sapltvorgang hebt sich das Spaltkreuz leicht an, so dass keine Scheite eingeklemmt werden, und der gesamte Tisch fährt wieder zurück, so dass die Bedienperson das gespaltene Holz griffbereit vor sich und nicht irgendwo hinten auf einem Ablagetisch liegen hat. Der Bediener kann die „fertigen Scheite“ abnehmen. Von den Teilen, die nochmal gespalten werden sollen, wird eines in den Spaltkanal gelegt, die anderen bleiben auf dem Tisch liegen und es beginnt ein neuer Spaltzyklus. Das Ganze wird so oft wiederholt bis ein Roller fertig gespalten ist.
Dann wird über den Stammheber ein neuer Roller aufgelegt und der Vorgang beginnt von Neuem.
Über dem Spalter ist ein Schutzkorb angebracht, der in geschlossenem Zustand zusammen mit dem vollständig angehobenen Stammheber den „Spaltraum“ so abriegelt, dass ein Hineingreifen nicht mehr möglich ist. Der Schutzkorb erlaubt auch eine Teilautomatisierung des Spaltvorganges, weil der Bediener nicht mehr mit einer Zweihandbedienung arbeiten muss. Der Meterroller wird über den Stammheber auf den Tisch gehievt und in die Spaltmulde gerollt. Dann stellt man das Spaltkreuz auf die gewünschte Höhe ein. Tippt man nun  – bei vollständig angehobenem Stammheber – den Schalter an, der den Spaltvorgang auslöst, dann laufen folgende Schritte automatisch ab: schließen des Schutzkorbes, vorschieben des Spalttisches, anheben des Spaltkreuzes, rückfahren des Spalttisches und öffnen des Spaltkorbes. Springen bei leicht spaltbarem Holz die Scheite schon auseinenader, nachdem das Spaltkreuz erst ein kurzes Stück in den Roller eingedrungen ist, kann durch Bewegen des Auslöseschalters in die „Rückführrichtung“ der Arbeitszyklus abgekürzt werden. Das heißt der Spalttisch fährt nicht mehr bis zum Anschlag nach hinten, sondern sofort wieder zurück.
Ein weiterer Sicherheitsfaktor ist der Zeitmechanismus: Wenn der Spaltvorgang ausgelöst wird und der Schutzkorb nicht innerhalb von fünf Sekunden geschlossen ist (weil vielleicht noch jemand den Arm im Spaltraum hat), dann schaltet die Maschine ab. Und schließlich besitzt die Maschine einen „Nothalt“, den berühmten roten Knopf, der bei Betätigung alle Funktionen stoppt.   
Durch den Schutzkorb, in der Sprache der Sicherheitstechniker ist das eine „trennende Schutzeinrichtung“, wird auch legalisiert, was bisher schon üblich, aber eigentlich nicht erlaubt ist: die Zwei-Mann-Arbeit am Spalter. Es wird so sein, dass auf jeder Seite des Spalters eine Person steht. Der eine befüllt den Spalter und löst das Spalten aus, der zweite entnimmt auf der anderen Seite die fertigen Scheite.
Auch in Bezug auf die technsichen Daten kann sich der Spalter sehen lassen. Ererreicht eine Spaltkraft von 32 Tonnen und verarbeitet Stämme bis 1,20 m Länge und 80 cm Durchmesser. Die Spaltgeschwindigkeit liegt bei 13,8 cm/s., die Rücklaufgeschwindigkeit bei 25,2 cm/s. Die Förderleistung der Pumpe liegt bei 11 bzw. 14 l/min., der Öltank fasst 65 l und die maximale Antriebsleistung beträgt 44 kW.
 
Sepp Kellerer

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