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Holzernte Schweiz 2019

Rückgang der Schweizer Holzernte 2019

Mit 4,6 Mio. m3 hat die Schweizer Forstwirtschaft 2019 insgesamt 11 % weniger Holz geerntet als im Jahr zuvor. Im Jahr 2018 hatte sich die Holzernte infolge von Borkenkäferbefall, Sommertrockenheit und Winterstürmen stark erhöht.

Die Ernte 2019 erreicht somit wieder den Durchschnitt der letzten Jahre (2015–2017). Diese Entwicklung ist auch bedingt durch den Rückgang der normal geplanten Holzschläge aufgrund der Schadholznutzung und der weiterhin tiefen Holzpreise. Dies geht aus der Forststatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) sowie dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hervor.

Schadholz und Holzpreise hemmen Einschlag

Die Holzernte 2019 im Schweizer Wald ist mit 4,6 Mio. m3 11% tiefer ausgefallen als 2018 und liegt wieder im Durchschnitt der Jahre 2015–2017. Demgegenüber war die Holzernte 2018 mit 5,2 Mio. m3 überdurchschnittlich hoch. Es sei davon auszugehen, dass sich auch in der Holzernte 2019 noch Schadholz befinde. Mögliche Gründe des Rückganges liegen darin, dass Räumungsarbeiten von Borkenkäferholz den normal geplanten Holzschlägen vorgezogen werden mussten, die Absatzkanäle für «Käferholz» gesättigt und die Holzpreise weiterhin tief waren. Die Forststatistik unterscheidet nicht nach Normal- und Zwangsnutzung, einen näheren Hinweis gibt jedoch die Analyse der Holzsortimente.

Mehr Nadelenergieholz

Bei den Holzsortimenten zeigt sich ein deutlicher Unterschied im Rückgang. Stammholz (-19 %) und Industrieholz (-15 %) haben stark abgenommen. Dagegen liegt Energieholz (+0,1 %) auf dem Niveau von 2018. Vor allem Nadelenergieholz (+10%) hat zu diesem Ergebnis beigetragen. Laubenergieholz nahm ab (-6%). Der Borkenkäfer lässt also vor allem die Menge im Nadelenergieholz steigen, da Borkenkäferholz oft gehackt wird. Nadelhackholz stieg dementsprechend um 11 %.

Fünf Kantone liefern halbe Holzernte

Die Kantone mit den fünf größten Holzmengen, Bern (0,82 Mio. m3), Zürich (0,47 Mio. m3), Aargau (0,40 Mio. m3), Waadt (0,38 Mio. m3) und Graubünden (0,35 Mio. m3) lieferten im Jahr 2019 über die Hälfte (53%) der gesamten Holzernte. In diesen fünf Kantonen befinden sich auch 47% der Waldflächen der Schweiz.

Defizit erhöht

Die 667 Schweizer Forstbetriebe erlösten 2019 insgesamt 534 Mio. Franken. Dem standen Ausgaben von rund 577 Mio. Franken gegenüber. 2019 konnten 43 % der Forstbetriebe eine positive Bilanz ausweisen, 2018 waren es noch knapp die Hälfte.

Bei den 160 Betrieben des forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz der Schweiz, welche eine Vollkostenrechnung führen, war die Holzernte ebenfalls rückläufig (-7%) und die finanzielle Situation verschlechterte sich gegenüber 2018. Da weniger Holz geerntet wurde, haben die Kosten in der Waldbewirtschaftung abgenommen (-38 Fr./ha), gleichzeitig aber auch die Erlöse (-43 Fr./ha). Dadurch hat sich in diesem Bereich das Defizit pro Hektare produktive Waldfläche um 5 Franken auf -60 Franken erhöht. Die Erbringung von Dienstleistungen hat mit einem Gewinn von 11 Fr./ha (Vorjahr: 9 Fr./ha) und die Sachgüterproduktion (z. B. Stückholz) mit einem Verlust von -2 Fr./ha (Vorjahr: +5 Fr./ha) zum Ergebnis beigetragen. Das durchschnittliche Gesamtergebnis der Testbetriebe beläuft sich auf -52 Fr./ha (Vorjahr: -42 Fr./ha).

BfS/Red.

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