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EiFo Forsttage 2019: Rücketage

Die alljährlichen Forsttage bei EiFo hatten diesmal einen deutlichen Schwerpunkt auf der Rücketechnik. Auch im semiprofessionellen Bereich kommen moderne Technik-Features wie Kranspitzensteuerungen und hydraulische Radantriebe langsam an. Wie bei Einsiedler üblich, konnte man das am ersten Adventswochenende auch direkt live erleben.

 Schwedische Untersuchungen haben gezeigt, dass ungeübte Bediener mit Kranspitzensteuerungen wesentlich effektiver arbeiten können und dabei deutlich weniger gestresst sind. Bisher war diese Technik jedoch den Profimaschinen vorbehalten. Mit Technion hat jetzt eine finnische Softwareschmiede ein System auf den Markt gebracht, das sich variabel bei verschiedenen Rückewagen einsetzen lässt. Die xCrane-Steuerung von Technion bietet in der höchsten Ausbaustufe „PRO“ so ziemlich alle Funktionen, die beispielsweise John Deere in der IBC verbaut, inklusive einer gleichmäßigen Schwenkgeschwindigkeit unabhängig davon, wie weit der Ausleger ausgefahren ist. Gegenüber einer hochwertigen EHC-Steuerung mit Mini-Joysticks kostet die moderne Technik bei einem Palms-Kran aktuell rund 4 000 € Aufpreis. Viele Testfahrer zeigten sich im Laufe der beiden Hausmesse-Tage begeistert vom Handling. Nur die „ganz alten Hasen“, denen das konventionelle Kranfahren schon völlig in Fleisch und Blut übergegangen ist, müssen sich erst ein paar Tage umgewöhnen. Ausprobieren konnten die Interessenten das System in seinen verschiedenen Ausbaustufen sowohl in der Halle am Simulator als auch draußen auf dem Testgelände im Echtbetrieb.

Kranballett: Bis zu fünf verschiedene Kräne liefen auf dem Probier-Gelände gleichzeitig. Darunter auch der neue Palms mit Kranspitzensteuerung Foto: H. Höllerl

Das Firmenareal von EiFo grenzt ja direkt an eine Kiesgrube, die traditionell zu den Forsttagen als großer Parkplatz genutzt wird. Diesmal musste zeitweise sogar auf die Wiese auf den gegenüberliegenden Straßenseite ausgewichen werden, weil die Kapazität in der Grube erschöpft war. Eine steile Einfahrt diente parallel für eine ganz besondere Vorführung: Hier stand ein Valtra-Kompaktschlepper mit einem Palms-Anhänger, der mit knapp 6 Fm Käferholz beladen war. Das gesamte Gespann wog somit gute 12 t. Der Fahrer bewältigte die Rampe allein mit dem Vorschub der beiden Black-Bruin-Radmotoren. Der Schlepper lief dabei ausgekuppelt im Leerlauf. Bei Palms ist das die günstigste Variante für den Einstieg, neben den althergebrachten Kronen-Antrieben. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, beide Achsen des Hängers mit hydraulischem Vortrieb auszustatten oder das MWD-System, das mit einer Wegezapfwelle arbeitet.

Eindrucksvoll: Allein mit der Kraft des Radantriebs am Hänger schiebt sich dieses Gespann den Berg hoch Foto: H. Höllerl

Die dritte bemerkenswerte Neuerung im Bereich der Rücketechnik stellt die Klemmbank für den Rückewagen dar. EiFo lässt diese eigens für die Palms-Wagen anfertigen und baut sie selbst in Deutschland auf. Das Gerät lässt sich aber über entsprechende Bohrungen in der Adapterplatte quasi an jedes Wagenfabrikat anpassen und sitzt mit großen Bolzen in den Rungenstöcken. Somit lässt sie sich bei Nichtgebrauch einfach abheben und beiseite stellen. Die Zange selbst gibt es in zwei Größen mit Öffnungsweiten von 2,6 oder 3,2 m. Gezeigt wurde das Gerät in Kombination mit dem aufgewerteten Hypro-Anbauprozessor. Juniorchef Fritz Einsiedler sieht so eine Klemmbank zwar nicht als Massenprodukt. Gerade beim Käferholz, das man doch gern als Vollbäume rückt, zeigt sich seiner Meinung nach dafür jedoch eine interessante Nische.

Bei der automatischen Brennholzsäge SWS 700 bewegt sich nicht die Lade, sondern das Sägeblatt Foto: H. Höllerl

Die EiFo-Forsttage wären unvollständig, ohne die Produkte aus der Brennholztechnik. Mit der SWS 700 bieten die Allgäuer seit einiger Zeit eine Brennholzsäge an, die sich sowohl waagerecht als auch schräg gestellt einsetzen lässt. Im Unterschied zu üblichen Wippsägen, wird hier nicht das Holz zum Sägeblatt bewegt, sondern umgekehrt. Das bot sich geradezu an für eine Automatisierung. In der Automatikversion ist die hydraulisch direktgetriebene Kreissäge über einen Exzenter und einen Hebelmechanismus mit dem Niederhalter gekoppelt. Der Bediener schiebt das Scheit nur noch in der gekippten Schacht. Dort rutscht es gegen den verstellbaren Längenanschlag, wird vom Niederhalter erst geklemmt, bevor das Sägeblatt durchs Holz fährt. Das abgetrennte Stück fällt direkt auf das serienmäßige 5-m-Förderband. Bei der vorgegebenen Drehzahl der Zapfwelle von 450 U/min. liegt die Anzahl der Schnitte bei 15 pro Minute. Die Neigung der Säge ist stufenlos verstellbar von waagerecht bis 30°. Für möglichst störungsfreies Nachrutschen der Scheite wird man natürlich bevorzugt eine steile Stellung wählen. Dabei liegt der Einwurfschacht aber schon relativ hoch. Wer lange Scheite mit 50 cm produzieren will, muss auch mindestens auf 25° zurückgehen, weil sonst der Längenanschlag mit dem Förderband ins Gehege kommt. Trotzdem: Für einen Preis von knapp 6 000 € netto ist die Zapfwellenmaschine mit eigener Ölversorgung preislich eine interessante Alternative.

Der große Sägespalter Hakki Pilke 50 pro II hat jetzt vom kleineren Bruder 43 die Abwurfklappen geerbt, mit denen das Holz zielgerichtet in den Spaltkanal fällt. Außerdem lässt sich der Spalthub für kurze Sortimente begrenzen.

Heinrich Höllerl

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