ABO
Rudolf Litschauer verstorben

Rudolf Litschauer verstorben

Die traurige Nachricht über den überraschenden Tod von Dipl.-Ing. Rudolf Litschauer am 8. August in der Wiener Neustadt, hat viele seiner Kollegen und Freunde sehr getroffen. 
Rudi, wie ihn die meisten von uns nannten, war von 1987 bis 2013 am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) in Wien tätig. Während dieses Zeitraums hat er über viele Jahre das Plantagenprogramm des BFW und der Bundesländer mitgestaltet.
Als Plantagenkoordinator war er erster Ansprechpartner und hat so maßgeblich zur Erhaltung forstgenetischer Ressourcen beigetragen. Zunächst war er stellvertretender Leiter des Instituts für Waldbau. Nach dessen Auflösung leitete er das Institut für Waldgenetik.

Die Bewirtschaftung der Generhaltungsplantagen und die Leitung des Versuchsgartens in Tulln hat er mit viel Freude ausgeübt. Mit Leib und Seele war Rudi ein unermüdlicher Beobachter des Blühverhaltens der Waldbäume. Seit über 20 Jahren hat er unermüdlich Daten aus vielen Pollenfangstationen erhoben und so das Blühen der windbestäubten Bäume im Alpenraum dokumentiert und analysiert. Diese Arbeiten hat er mit größtem persönlichem Engagement durchgeführt. Diese Daten waren die wissenschaftliche Grundlage für zahlreiche nationale und internationale Publikationen.Sein Wissen über die Produktion von Waldbaumpollen und die Umweltfaktoren, die das Blühen der Waldbäume und damit die Samenernte beeinflussen, war seitens der forstlichen Praxis und Forschung stets gefragt. Litschauer hat sein Know-how nicht nur in Österreich sondern auch auf internationaler Ebene einbringen können. Seinen Ruhestand hat er als „Unruhestand“ aufgefasst und uns auch weiterhin wichtige Daten zum Pollenflug geliefert. Fast wöchentlich war er am BFW, um über seine Ergebnisse zu informieren.Rudi hat als passionierter Tontaubenschütze alle BFW-Schießwettbewerbe organisiert und so maßgeblich dazu beigetragen, dass Kolleginnen und Kollegen am BFW, mit anderen schießsportbegeisterten Personen aus Wissenschaft und Praxis zusammengekommen sind.Wir Kollegen haben seine umsichtige und ruhige Art, seine Großzügigkeit und seinen spitzbübischen Humor geschätzt. Auch der Leiter des BFW, Dr. Peter Mayer, ist über Litschauers völlig überraschendes Ableben bestürzt: „Rudi Litschauer hat uns viel zu früh verlassen. Seine Begeisterung, vor allem zum Pollenflug von Waldbäumen, hat uns bis zuletzt wichtige Erkentnisse gebracht. Sein umfassendes Know-how, das er auch im Ruhestand mit uns geteilt hat, wird uns fehlen.“

T. Geburek/H. Konrad, BFW

Auch interessant

von