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Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz e.V. ist seit 1949 die Interessenvertretung der nichtstaatlichen Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz. Neben rund 400 Städten und Gemeinden und den Besitzern von größeren privaten Waldflächen haben sich über 16.200 Kleinprivatwaldbesitzer in 25 Kreiswaldbauvereinen im Waldbesitzerverband zusammengeschlossen.

Rheinland-Pfalz: Waldbesitzer vor historischen Herausforderungen

Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz veranstaltet am 27. November seine Jahresmitgliederversammlung 2017 in die Stadthalle Boppard.

„Vor historischen Herausforderungen stehen die privaten und kommunalen Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz“ so der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes, Bürgermeister Hans-Günter Fischer. Neben den Auswirkungen des Klimawandels, die einen Umbau der Wälder erforderten, käme jetzt auch eine wettbewerbsrechtlich geforderte Änderung gegenwärtigen Strukturen der Forstwirtschaft hinzu. „Das ist einmalig in der Geschichte des Verbandes im waldreichsten Bundesland Rheinland-Pfalz. Wir benötigen die Unterstützung der Landespolitik und Lösungswege vor allem mit Blick auf den Kleinprivatwald.“

Das Urteil des 1. Kartellsenats des OLG Düsseldorf vom März 2017 bedeutet einen erheblichen Einschnitt in die Zusammenarbeit der nichtstaatlichen Waldbesitzer mit den Landesforsten. Das Holz der privaten und kommunalen Waldbesitzer soll künftig durch neu zu bildende kommunale Vermarktungsgesellschaften und durch die bereits bestehenden privaten Holzvermarktungsorganisationen verkauft werden. „Private und kommunale Waldbesitzer müssen auf der regionalen Ebene wettbewerbskonforme Partnerschaften eingehen“, sagte Fischer anlässlich der Mitgliederversammlung in Boppard. Dabei gelte es, im Rahmen der Zusammenarbeit die regionalen Gegebenheiten und Synergien zu nutzen, um mit neuen Organisationsstrukturen die gesamte Forstbranche und das für Rheinland-Pfalz bedeutende Cluster Forst und Holz stärken.

Zur Neuorganisation des Holzverkaufs

Mit zehn Eckpunkten zur Neuorganisation des Holzverkaufs, die das Landesumweltministerium mit dem Waldbesitzerverband und dem Gemeinde- und Städtebund erarbeitet hat, geht es aus Sicht des Verbandes vor allem darum, die vorwiegend kleinen Privatwaldstrukturen zu stärken. So müssten die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse durch Förderungen in den Stand versetzt werden, eigenständige professionelle Organisationen aufzubauen, um Dienstleistungen für kleine private und kommunale Waldbesitzer zu erbringen. Die wichtige Aufgabe der Privatwaldbetreuung muss erhalten und ausgebaut werden. Sie erfolgt in enger Kooperation mit forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen. Darüber hinaus wird die Kommunalisierung der forstlichen Strukturen als zukunftsweisende Lösung beurteilt.

„Wir stehen vor einer Zeitenwende“, so Bürgermeister Hans-Günter Fischer. „Neben Eigeninitiative und unternehmerischem Handeln benötigen wir wirksame finanzielle Strukturhilfen für die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse und Gemeinden. Hier sind Bund und Land gemeinsam gefordert. Die bisher schon gewährten indirekten Förderungen müssen in direkte Förderungen umgewandelt werden.“

Um diese historische Aufgabe zum Erfolg zu führen, fordert der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz das Bundeskartellamt auf, den nichtstaatlichen Waldbesitzern in Rheinland-Pfalz ausreichend Zeit zur Verfügung zu stellen. „Hier gilt Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Die Forstbranche darf am Ende des Prozesses nicht einem weiteren Beschwerde- und Kartellverfahren ausgesetzt werden“, sagte Fischer.

Weitere Informationen unter www.waldbesitzerverband-rlp.de

Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz

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