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Waldzustand in Rheinland-Pfalz, Entwicklung der Schadstufenanteile (in %) über alle Baumarten und -alter 1984 bis 2017.

Waldzustandsbericht 2017 für Rheinland-Pfalz

Ulrike Höfken, Staatsministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz, hat am 30. November den Waldzustandsbericht 2017 vorgestellt.

„Auch in diesem Jahr sind weiterhin 73 % unserer Bäume überwiegend durch Luftschadstoffe und Klimaveränderungen geschädigt. Der Waldzustand ist somit im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Es gibt jedoch deutliche Veränderungen bei einzelnen Baumarten“, sagte Ministerin Ulrike Höfken bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts in Mainz. So ist der Anteil der schwach geschädigten Bäume um 3 % auf insgesamt 49 % leicht gestiegen. Vor allem Eiche, Kiefer, Douglasie und Lärche zeigen lichtere Kronen. Der Anteil der deutlichen Schäden ist im Vergleich zum Vorjahr hingegen von 27 auf 24 % gesunken: Bei der Rotbuche hat sich der Kronenzustand deutlich verbessert.

Waldzustand – Klimawandel – Waldnutzung – Klimaschutz

„Unser Wald spiegelt den Stand des Klimawandels in Rheinland-Pfalz wider. Er unterliegt zunehmend witterungsbedingten Belastungen“, führte Höfken an. Von Juli 2016 bis in den Sommer dieses Jahres habe der Wald unter Trockenheit gelitten. Im Frühjahr seien nach frühem Laubaustrieb in manchen Wäldern Frostschäden hinzugekommen, so die Ministerin. Die Konsequenz: Wärme und Trockenheit begünstigen zum Beispiel die Lebensbedingungen der Borkenkäfer, die vor allem die Fichte gefährden.

„Gleichzeitig sind unsere Wälder Klimaschützer. Durch Wälder und Holzprodukte werden in Deutschland 127 Mio. t CO2 pro Jahr der Atmosphäre entzogen – das sind 14 % unseres jährlichen CO2-Ausstoßes“, erklärte die Umweltministerin. Der Weltklimagipfel in Bonn habe alle zu mehr Klimaschutzanstrengungen gemahnt. Denn das Zeitfenster zum Handeln werde immer kleiner. „Wir müssen das Zwei-Grad-Ziel zum Schutz unserer Wälder und unserer landwirtschaftlichen Flächen dringend einhalten“, forderte Höfken. Klimaschutz sei eine unabdingbare Voraussetzung für die Erhaltung der Waldökosysteme und leiste einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz, so Höfken weiter. Um die Waldböden zu schützen, setzt die naturnahe Waldwirtschaft verstärkt auf das Thema Nährstoffnachhaltigkeit.

Dr. Joachim Block von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft ergänzte: „Wir haben in Rheinland-Pfalz nun wissenschaftliche Grundlagen für eine nährstoffnachhaltige Waldbewirtschaftung geschaffen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit unserer Wälder.“

161 Aufnahmepunkten im Land

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten Rheinland-Pfalz sowie der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft haben im Juli dieses Jahres 3.864 Bäume an 161 Aufnahmepunkten im Land begutachtet. Der Waldzustand gibt jährlich Auskunft über den Gesundheitszustand der rheinland-pfälzischen Wälder und ist 2017 zum 34. Mal erschienen.

Rheinland-Pfalz ist gemeinsam mit Hessen das Bundesland mit dem höchsten Waldanteil: 42,3 % der rheinland-pfälzischen Landesfläche ist Wald – das entspricht rund 840.000 ha. Mit dem Pfälzerwald hat das Land das größte zusammenhängende Waldgebiet in Deutschland. Die Waldstruktur ist durch einen Laubbaumanteil von annähernd 60 % geprägt. Die Rotbuche ist mit einem Anteil von knapp 22 % die häufigste Baumart im Land. Auf Platz zwei der häufigsten Baumarten steht die Eiche mit 20 %, gefolgt von der Fichte mit 19 %.

Der Waldzustandsbericht 2017 für Rheinland-Pfalz zum Herunterladen (6,7 MB)

MUEEF Rheinland-Pfalz

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