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NABU-Stiftung erhält ehemalige Militärflächen in Rheinland-Pfalz

Drei große ehemalige militärische Übungsplätze in Rheinland-Pfalz werden als Nationales Naturerbe erhalten. 235 ha auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz, 153 ha bei Westerburg sowie 138 ha bei Saarburg werden künftig in der Obhut der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe liegen.

Die Übertragung wurde am 28. September mit der feierlichen Unterzeichnung einer Vereinbarung durch Ministerialdirektorin Dr. Elsa Nickel vom Bundesumweltministerium, Staatsministerin Ulrike Höfken, Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) Paul Johannes Fietz und dem Vorsitzenden der NABU-Stiftung Christian Unselt ermöglicht.

Viele ehemalige Militärgebiete gelten heute als wertvolle Naturrefugien im dicht besiedelten Deutschland, weil sie kaum von Straßen zerschnitten werden und oftmals große Flächen umfassen. So entwickelte sich auch der ehemals von der Bundeswehr genutzte Panzerübungsplatz „Schmidtenhöhe“ bei Koblenz zu einem einzigartigen Naturparadies für viele seltene Arten wie Wendehals, Gelbbauchunke oder Übersehenes Knabenkraut, einer stark gefährdeten Orchideenart. Auch die streng geschützte Wildkatze zieht regelmäßig und ungestört durch das einstige Militärgebiet.

Bereits seit 2009 engagiert sich der NABU Rheinland-Pfalz auf der BImA-Fläche mit einem Beweidungsprojekt für die Offenhaltung der Landschaft auf der Schmidtenhöhe. Als neuer Eigentümer wird die NABU-Stiftung das Beweidungsprojekt weiter ausweiten sowie mit einer Schafbeweidung ergänzen, um die Artenvielfalt der mageren Wiesen zu erhalten. Die naturnahen Laubmischwälder wird die NABU-Stiftung der ungestörten Entwicklung überlassen. „Für die Öffentlichkeit wird die Schmidtenhöhe weiterhin über einen Rundwanderweg als Naherholungsgebiet zugänglich bleiben“, versichert Stiftungsvorsitzender Christian Unselt.

Ministerialdirektorin Dr. Elsa Nickel (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit): „Das Nationale Naturerbe ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte des Naturschutzes in Deutschland. Über bald zehn Jahre hinweg ist es uns gelungen, rund 156.000 ha bundeseigener Fläche aus der Privatisierung zu nehmen und dauerhaft dem Naturschutz zu widmen. Gerade die aufgegebenen Militärflächen konnten wir auf diese Weise für den Naturschutz sichern.“

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken begrüßte die Übertragung der ehemaligen Truppenübungsplätze und Nationalen Naturerbeflächen an die NABU-Stiftung. „Durch die militärische Nutzung sind wertvolle Lebensräumen seltener Tier- und Pflanzenarten entstanden. Gemeinsam können wir diese Naturschätze langfristig sichern und im Sinne der Biodiversitätsziele des Landes entwickeln. Der NABU hat sich dabei schon bisher als verlässlicher und kompetenter Partner erwiesen, zum Beispiel in der halboffenen Weidelandschaft Schmidtenhöhe. Hier sorgen Taurusrinder und Konikpferde im größten Beweidungsprojekt in Rheinland-Pfalz dafür, die Landschaft offen und insbesondere für eine artenreiche Vogel- und Amphibienfauna zu erhalten. Wir werden die Arbeit des NABU weiterhin unterstützen“, erklärte Höfken und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit.

„Es freut mich, dass wir heute weitere Naturerbeflächen offiziell an die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe übergeben können. Die BImA wird mit ihrem Geschäftsbereich Bundesforst dadurch auf noch mehr Flächen als bisher naturschutzfachlich für die NABU-Stiftung tätig sein“, sagte BImA-Vorstandsmitglied Paul Johannes Fietz. „Mit Abschluss der dritten Tranche ist die BImA insgesamt auf rund 90.000 ha Dienstleisterin und Partnerin für die neuen Flächeneigentümer im Nationalen Naturerbe.“

NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

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