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Rotfäule messen

Rotfäule messen

Die Rotfäule kann in Fichtenbeständen im Laufe einer Umtriebszeit Schäden von mehreren tausend Euro pro Hektar verursachen. Der wichtigste Erreger der Kernfäule ist der Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum), ein Pilz, der über Wurzelverwachsungen und Stammwunden in das Holz eindringt und oft mehrere Meter eines Stammes entwertet.Das von ThüringenForst initierte Forschungsprojekt „Gütemessung von Nadel-Stammholz – Lignoscan“ hat in den vergangenen drei Jahren ein Messgerät für die Erfassung der Stammfäule entwickelt. Projektpartner waren die Gesellschaft zur Förderung von Medizin, Bio- und Umwelttechnologien sowie die Speck Sensorsysteme GmbH.Das Messsystem erkennt mit optoelektronischen Sensoren Rotfäule auf dem Stammquerschnitt, bestimmt die Lage der Fäule und teilt das Holz in die Fäulegrade gesund, beil- und nagelfest sowie weichfaul ein; die räumliche Ausdehnung der Fäule wird dagegen nicht erfasst.Wie die Testläufe im Säge- und Spanerwerk Schwarzmühle gezeigt haben, kann der Sensor in die bestehenden Prozesse der Holzverarbeitung integriert werden: im Idealfall gleich in die Werksvermessung. Auf diese Weise in die Steuerung des Einschnittes eingebunden, könnte die Ausbeute an hochwertigem Schnittholz um etwa 3 bis 5 % gesteigert werden.Dennoch steht die Sägeindustrie der neuen Messtechnik bisher skeptisch gegenüber. Darum wollen die Projektpartner ihre Sensorik nun in einem weiteren Projekt an den Anfang der Holzerntekette legen: in das Harvesteraggregat. Anstatt in rotfaulen Beständen schematisch bei jedem Baum einen D-Holzabschnitt abzutrennen, könnte die Einteilung dann schon bei der Ernte optimiert werden.

Oliver Gabriel

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