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Holzentladung im Sägewerk

Rohstoffversorgung der Holzindustrie bleibt gesichert

Die Arbeitsgemeinschaft für Rohholz (AGR) hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Rohstoffversorgung der Holz-Industrie systematisch ermittelt. Das Ergebnis: die Akteure in der Holzbereitstellungskette bis zum verarbeitenden Werk rechnen nicht mit großen systematischen Versorgungsproblemen. Doch bei allem vorsichtigen Optimismus wird auch vor Problemen gewarnt.

Eine kontinuierliche Versorgung mit Rohstoffen ist für das reibungslose Funktionieren der Holzindustrie in Deutschland von zentraler Bedeutung. Vor dem Hintergrund der  Corona Krise hat die AGR die Einschätzung der Marktpartner in der Logistikkette erfasst.

Verbände sehen aktuell keine Engpässe

Das Ergebnis: die Akteure in der Holzbereitstellungskette bis zum verarbeitenden Werk rechnen nicht mit großen systematischen Versorgungsproblemen. „Die bisherigen Rückmeldungen aus der Branche stimmen mich vorsichtig optimistisch, dass der Holztransport während der Krise weiter gut laufen kann“, so Marco Burkhardt, Geschäftsführer des Bundesverbands des Holztransportgewerbes (BdHG).

Auch die Forstunternehmen arbeiten weitgehend flächendeckend weiter, lediglich in Grenznähe kann es wegen der Grenzschließungen durch das Fehlen von ausländischen Arbeitskräften vereinzelt zu Engpässen bei der motormanuellen Aufarbeitung und Neupflanzung kommen. „Wir sehen derzeit kein „Nadelöhr“ in der Rohstoffversorgung der Industrie bei den forstlichen Dienstleistungsunternehmen“, so Maurice Strunk, Geschäftsführer des Deutschen Forstunternehmer-Verbandes (DFUV).

Auch die Fachverbände der Industrieunternehmen melden bisher keine Rohstoffprobleme. In einer Umfrage des Bundesverbandes der Säge- und Holzindustrie (DeSH) gaben mehr als 95 % der Sägewerke wenige oder keine pandemiebedingten Einschränkungen bei der Rohstoffversorgung an. Auch der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) berichtet aus den Reihen seiner Mitglieder von keinen Rohstoffengpässen aufgrund der aktuellen Lage.

Schadholz-Aufarbeitung kann ins Stocken geraten

Im Hinblick auf die sich ausbreitenden Kalamitäten könnte allerdings die weiter dringend notwendige Aufarbeitung von Schadholz in den Wäldern ins Stocken geraten: Viele Unternehmen sehen sich einer volatilen Nachfrage nach Holzprodukten gegenüber. Vor dem Hintergrund der Krise kann auch der Export nicht die entsprechenden Mengen wie früher aufnehmen.

Hier wäre es politisch dringend geboten durch eine Stärkung der nationalen Nachfrage nach Holzprodukten ein entsprechendes Ventil für die Verwertung von Schadholz zu schaffen. Seine Klimaschutzpotenziale als Baustoff prädestinieren das Holz für den Einsatz in der Bauwirtschaft. Entsprechende Erleichterungen im Baurecht würden als Stimulus für die Holzverwendung dienen.

Gleichzeitig müssen auch weiter verkehrspolitische Zusatzmaßnahmen zur Beschleunigung der Schadholzbeseitigung, wie die temporäre Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts von Schadholztransporten per Lkw, unbedingt ergriffen werden bzw. weiterlaufen. Das ist wichtig, um vor dem Beginn der Borkenkäfersaison soviel Schadholz wie möglich aus den Wäldern zu schaffen und die gesunden Bäume zu schützen.

„Insgesamt agieren die Unternehmen der Holzindustrie aktuell vorsichtig, weil man Krisen zwar gewohnt ist, aber die Pandemie ein nie da gewesenes Ereignis ohne Erfahrungswerte darstellt“, fasst AGR Präsident Leonhard Nossol die derzeitige Stimmungslage in der Branche zusammen.

 

Quelle: AGR

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