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Rohholzmarkt in Bayern IV. Quartal 2010

Bis zur Mitte des IV. Quartals 2010 hatte sich die Versorgungslage mit Rundholz bei der Nadelholz verarbeitenden Sägeindustrie weitestgehend entspannt. Die Nachfrage nach Nadelschnittholz ließ allerdings weiterhin keine volle Auslastung der Einschnittkapazitäten zu. Im Inland, besonders aber im Ausland, hatte der Marktverlauf während des Quartals weiter nachgelassen. Während des IV. Quartals konnte eine kontinuierlich rückläufige Preisentwicklung bei allen Schnittholzsortimenten beobachtet werden. Demzufolge wurden vereinzelt Produktionskürzungen und verlängerte Weihnachtsferien angekündigt.

Nadelstammholz. Im IV. Quartal wurden in Bayern nur noch leichte Preissteigerungen bei Nadelstammholz umgesetzt. Die Preise stagnierten überwiegend auf dem vorhandenen Niveau. Diese Preisstabilität führte u.a. zu einem verstärkten Rundholzeinschlag im Privatwald und dadurch zu einer in der Regel ausreichenden Versorgung der Sägewerke. Über das gesamte IV. Quartal unterlagen alle Sortimente der Nadelhölzer einer starken Nachfrage. Erste Submissionsergebnisse haben die Erlöse vergangener Jahre übertroffen.

Bei Fichtenstammholz ist man im IV. Quartal dem leicht höheren Preisniveau in Baden-Württemberg gleichgezogen. Unter Druck kamen die Preise in Südostbayern aufgrund der tieferliegenden Preise in Österreich. In den nördlichen Regionen Bayerns lagen die Preise etwas niedriger. Für Frischholz Güte BC konnten in den Stärkeklassen 1b bis 2b zwischen 75 und 99 €/Fm frei Wald erzielt werden. Langholz in B-Qualität erreichte im Leitsortiment zwischen 93 und 100 €/Fm frei Wald. Käferholz wurde mit ca. 12 bis 15 % Abschlag auf den Frischholzpreis verkauft. Stammholz Güte C konnte zu Preisen zwischen 10 und 15 €/Fm unter dem Frischholzpreis abgesetzt werden und D-Hölzer erlösten zwischen 60 und 65 €/Fm frei Wald.
Die Erlöse für Kiefernstammholz haben sich in den vergangenen Monaten im Zuge des preislichen Aufwärtstrends von Fichtenrundholz verbessert. Eine rege Nachfrage nach allen Sortimenten war über den gesamten Jahresverlauf hinweg zu beobachten. Die Preise bewegten sich für BC-Qualitäten in den Stärkeklassen 1b bis 2b zwischen 60 und 78 €/Fm frei Wald. Hölzer zur Herstellung von Paletten erzielten zwischen 53 und 61,50 €/Fm frei Wald.

Laubstammholz. Die Nachfrage nach Laubstammholz ist seit Beginn der Einschlagsaison gut angelaufen, für die Baumarten aber differenziert zu beurteilen. Während sehr großes Interesse an Eichenstammholz (besonders besserer Qualitäten) besteht, wird Buchenstammholz weiterhin verhältnismäßig wenig nachgefragt. Eine gute Nachfrage konnte bei der Esche beobachtet werden. Sortimente geringerer Qualität (Parkettware, Holzwerkstoffindustrie) können nur schwierig verkauft werden und stehen preislich in starker Konkurrenz zur thermischen Holzverwertung und dem klassischen Brennholz. Bei Parkettware sind vor allem Eiche und Esche momentan absetzbar.
Für Buchenstammholz konnte im Vergleich zum Jahr 2009 in Holzlieferverträgen für die laufende Einschlagsaison eine Preissteigerung von 10 bis 15 %  erreicht werden. Liefermengen wurden i.d.R. nicht erhöht. Hölzer Güte B erlösen zwischen 105 bis 130 €/Fm frei Wald in den Stärkeklassen 4 bis 6. C-Hölzer erreichen 65 bis 75 €/Fm frei Wald.
Bei Eichenstammholz konnten aufgrund der geringen Vorratsmengen bei den Verarbeitern ebenfalls Preissteigerungen von 10 bis 15 % im Vergleich zu 2009 erzielt werden. Qualitäten zur Herstellung von Eichenfässern sind derzeit sehr gefragt. Bei den ersten Submissionen wurden attraktive Preise für ausgesuchtes Eichen-Qualitätsholz erzielt. Für Güteklasse B sind Preise zwischen 70 und 450 €/Fm frei Wald in den Stärkeklassen 2b bis 6 erreichbar. C-Hölzer werden zwischen 95 und 160 €/Fm frei Wald (4. bis 6. Klasse) verkauft.

Industrieholz. Im Laufe des IV. Quartals 2010 wurden mit der Papierholz verarbeitenden Industrie Verhandlungen über Anschlusskontrakte für überwiegend zum Jahresende auslaufende Holzlieferverträge geführt. Gegen Jahresende konnten erste Verhandlungsergebnisse bekannt gegeben werden. Für Holzverkäufe aus dem organisierten Privatwald wurden Preissteigerungen auf bis zu 36 €/Rm frei Wald erreicht.

Ausblick. In Anbetracht der sinkenden Schnittholzpreise wird vom überwiegenden Teil der bayerischen Waldbesitzer eine Preisstabilität angestrebt. Bei saisonbedingt leicht rückläufigen Absatzmöglichkeiten für Schnittholz, witterungsbedingten Schwierigkeiten bei der Holzernte und derzeit größeren Schnittholz-Lagerbeständen bei der Sägeindustrie, ist mit verlängerten Betriebsferien bei der Sägeindustrie über die Feiertage zu rechnen.
StMELF Bayern

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