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Rohholzmarkt in Bayern III. Quartal 2010

Die Unterversorgung der bayerischen Sägewerke mit Nadelrundholz führte bei der Sägeindustrie zu Produktionskürzungen, verlängerten Betriebsferien und verstärkter Versorgung aus dem angrenzenden Ausland. Bis zum Ende des III. Quartals hatte sich die Versorgungslage lediglich im Südosten Bayerns deutlich entspannt. Die Situation der Laubholz verarbeitenden Sägebetriebe hat sich ebenfalls verbessert. Ersten Gesprächen zufolge wird von einer verbesserten Nachfrage nach Eichensortimenten ausgegangen. Beim Absatz von Buchenware zeichnen sich eine anziehende Inlandsnachfrage und verbesserte Exportbedingungen, hauptsächlich nach China, ab. Trotz attraktiver Rundholzpreise und starker Nachfrage konnten aus unterschiedlichsten Gründen nur wenige Waldbesitzer in Bayern zum Holzeinschlag motiviert werden. Zusätzlich blieben größere Käferholzmengen im III. Quartal aus. Dies führte dazu, dass die Einschlagstätigkeit im Privat- und Kommunalwald auch im III. Quartal auf sehr niedrigem Niveau verlief.
Für frisches Fichtenstammholz SL BC 2b konnten im Privat- und Kommunalwald zwischen 85 bis 96 €/Fm frei Wald erlöst werden. Lang ausgehaltenes Bauholz erzielte in der Regel 2 bis 4 €/Fm mehr. Hölzer der Güteklasse C wurden mit einem Abschlag von rund 10 €/Fm auf den Frischholzpreis berechnet. Käferholz führte zu Preisabschlägen von 10 bis 20 €/Fm. Für Hölzer an die Verpackungsindustrie konnten durchschnittlich 50 bis 55 €/Fm frei Wald erzielt werden. Die Preisspitzen lagen hier bei 65 €/Fm.
Kiefernstammholz entwickelte eine geringere preisliche Dynamik als dies bei Fichte der Fall war, konnte sich aber im Zuge einer gesteigerten Nachfrage ebenfalls weiter verbessern. Stammholzabschnitte BC 2b wurden in Bayern zu Preisen zwischen 62 und 78 €/Fm frei Wald verkauft. Der Hauptteil lag innerhalb einer Preisspanne von 72 bis 77 €/Fm. Für Paletten-Ware konnten in der Preisspitze bis 63 Euro/fm frei Wald erzielt werden.

Zur Lieferung von Laubstammholz sind im III. Quartal erste Abschlüsse aus Bayern bekannt geworden. Gespräche mit den Kunden zeigen eine starke Nachfrage für die Eiche in nahezu allen Sortimenten und lassen auf moderate Preiserhöhungen hoffen.
Ebenfalls als zunehmend kann die Nachfrage nach Esche bezeichnet werden.
Vergleichsweise schwierig wird der Buchenstammholzmarkt gesehen. Allerdings ist im Anhalt an die vergangenen Jahre eine steigende Nachfrage zu verzeichnen. Preiserhöhungen von 10 bis 15 % konnten in Bayern bereits umgesetzt werden. Auch bilden die positiven Entwicklungen bei der energetischen Verwertung zunehmend eine Alternative für schwaches, geringwertiges Buchen-Stammholz.

Der Bedarf an Laub- und Nadelindustrieholz war auch im III. Quartal unverändert hoch. Überwiegend überstieg die Nachfrage das Angebot. Sowohl bei Laub- als auch bei Nadelholz stehen die klassischen Industrieholzsortimente mit der energetischen Verwertung in zunehmender Konkurrenz. Bei Papierholz lag das Preisniveau bei rund 32 €/Rm frei Wald. Die Laufzeiten der aktuellen Absprachen sind dabei aber uneinheitlich. Mit ersten Anschlussverträgen wird zum Anfang des IV. Quartals gerechnet.
Ausblick

Voraussichtlich wird sich die angespannte Situation der Rundholzversorgung erst im Laufe des IV. Quartals lockern. Preisstabilität könnte hier den Rundholzeinschlag weiter beflügeln und sollte daher im Interesse der Waldbesitzer und der Sägeindustrie liegen. Gemeinsames Ziel muss es sein das Niveau der Rohstoffpreise zu erhalten und gleichzeitig die Schnittholzpreise entsprechend anzupassen. 

StMELF Bayern

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