Waldbau

Neue Forschungsergebnisse: Robuste Gamsbestände in Bayern

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Die Sorge über aussterbende Gamsbestände in Bayern ist unbegründet. Darauf weisen neueste wildbiologische Forschungsergebnisse aus zwei Forschungsgebieten im Karwendel und im Chiemgau hin. Alleine dort tummeln sich auf 12.500 ha zwischen 1200 und 1500 der Kletterkünstler, wie Staatsministerin Michaela Kaniber in München mitteilte: „Es freut mich, dass die Wissenschaft nun zeigt, dass es unseren bayerischen Gämsen weit besser geht, als manche immer wieder vermutet haben. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Gams in Bayern keineswegs gefährdet ist.“ Dieser Eindruck war zuletzt fälschlicherweise durch die Aufnahme der Gams in die Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands entstanden.

Das von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft geleitete und von international renommierten Wissenschaftlern begleitete Projekt wird gemeinsam mit den Forstbetrieben Bad Tölz und Ruhpolding der Bayerischen Staatsforsten durchgeführt. Mit anerkannten wildbiologischen Methoden, wie GPS-Telemetrie, Fotofallen-Monitoring und genetischen Kot-Analysen, werden umfangreiche Daten über die Gams und andere Schalenwildarten erhoben. So lassen sich erstmals genaue Aussagen über die Populationsgröße, das Geschlechterverhältnis oder die räumliche Verteilung der Tiere in den beiden Projektgebieten machen. Neben der reinen Populationsgröße sind die enormen Unterschiede bei der räumlichen Verteilung bemerkenswert: Bereiche mit sehr vielen Tieren auf engstem Raum wechseln mit Teilflächen, auf denen sich nur wenige Gams aufhalten. Ähnlich unterschiedlich ist die Verteilung im jahreszeitlichen Verlauf, wie sich aus den Bewegungsdaten von GPS-besenderten Tieren ermitteln ließ.

Gamslosung wird genetisch untersucht // Foto: C. Josten

Mit diesen Daten lassen sich die Ergebnisse der seit einigen Jahren üblichen „Gamszählungen“ vergleichen. So kann erstmals die Dunkelziffer der bei solchen Zählungen nicht erfassten Tiere aufscheinend und damit für die Praxis nutzbar gemacht werden.

Die neu gewonnenen Erkenntnisse sollen nun mit weiteren Informationen wie dem Jagdmanagement, der Verjüngungssituation in den Wäldern oder der Freizeitnutzung verknüpft werden.

Die Ministerin möchte es aber nicht bei einer Untersuchung in diesen beiden Gebieten belassen. Sie hat bereits ein innovatives Forschungsprojekt initiiert, das weitere Erkenntnisse über den Zustand der Gamsbestände im gesamten bayerischen Alpenbogen liefern wird.

Weitere Informationen zu den aktuellen Ergebnissen und zur Gams in Bayern finden Sie unter:

https://www.lwf.bayern.de/service/presse/285198/index.php

www.lwf.bayern.de/gamsvorkommen

www.lwf.bayern.de/schalenwildprojekt

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