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Robert Ebner hört auf

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Jason Lentz aus den USA hat am 2. Oktober die diesjährige Einzel-Weltmeisterschaft der Stihl-Timbersports gewonnen. Er setzte sich im elfköpfigen Starterfeld vor Marcel Dupuis (Kanada) und Martin Komárek (Tschechien) durch.

Aus deutscher Sicht stand dieses Jahr jedoch nicht das Siegerpodest im Vordergrund, sondern der Abschied des deutschen Sportholzfällers Robert Ebner, der nach 16 Jahren mit dem Wettkampfsport aufhört. Der 36-Jährige, der in München Platz 10 belegte, war sieben Mal Deutscher Meister, war Dritter bei der WM 2009 und Vize-Weltmeister im Jahr 2010. Erst am 21. August krönte er seinen letzten deutschen Titel mit einem Weltrekord: Nur 4,87 s benötigte er, um mit seiner Hot-Saw drei Stammscheiben abzusägen – und um damit als Erster in dieser Disziplin die Fünfsekundenmarke zu knacken.

Ein folgenreicher Unfall

Doch jetzt ist Schluss: Der Forstwirtschaftsmeister und Sicherheitscoach aus Baden-Württemberg kam durch seine Arbeit und die Waldarbeitsmeisterschaften zu den Timbersports, an denen er seit 2006 teilnimmt. Sein schwierigstes Jahr hatte er 2014, als er sich bei einem Unfall schwer verletzte, ein Jahr aussetzen musste und nicht wusste, ob es überhaupt weitergehen würde.

Die Folgen spürt er bis heute. Trotz seines Weltrekords war auch dieses Jahr von Verletzungen und Wettkampfabsagen geprägt. Der Körper ist einfach nicht mehr so belastbar wie es für diesen Sport erforderlich ist. Am Ende war es ihm wichtiger, seinem Beruf im Wald dauerhaft ausüben zu können. Zum Abschied am 2. Oktober dankte Ebner seinen Begleitern, die ihm all die Jahre den Rücken freigehalten haben. Er sei sehr dankbar, dass er diesen Sport so lange ausüben durfte.

Oliver Gabriel