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Rissvorfälle zum Jahresende in Mecklenburg-Vorpommern

Zum Jahresende 2016 kam es in Mecklenburg-Vorpommern zu Rissvorfällen in einem Damwildgatter in der Ueckermünde Heide sowie auf einer Schafweide in Malliß, bei denen Wölfe als Schadenverursacher nicht ausgeschlossen werden können. Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden bei den beiden Übergriffen insgesamt 20 Tiere getötet.

In Malliß werden laut Angaben des Halters weitere Schafe vermisst. Die durch den jeweils eingesetzten Rissgutachter vor Ort genommenen Genetikproben werden in einem speziellen Untersuchungslabor ausgewertet. Zu den aktuellen Ereignissen äußert sich Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wie folgt:
„Es ist nie schön, von solchen Ereignissen zu erfahren, leider muss ich im Zusammenhang mit Rissvorfällen aber auch zur Kenntnis nehmen, dass teilweise nicht für einen ausreichenden Herdenschutz gesorgt wird. So war auch die Weide in Malliß aufgrund fehlender Umzäunung im bekannten Wolfsgebiet komplett ungeschützt. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch leichtfertig. Dem Nutztierhalter wurde im Übrigen aktuell durch das Land übergangsweise eine Notfallausrüstung für die Erstsicherung der Herde zur Verfügung gestellt. Ich appelliere in diesem Zusammenhang nochmals an Schaf-, Ziegen- und Damwildhalter, ihre jeweiligen Herdenschutzmaßnahmen mindestens im Sinne des Grundschutzes zu überprüfen. Weiterhin bietet das Land weitreichende finanzielle Unterstützung für über die Anforderungen des Grundschutzes hinausgehende Vorkehrungen an.
Egal, wie man zum Wolf stehen mag, Tierhalter müssen realisieren, dass wir heute eine andere Umwelt vorfinden als noch vor 20 Jahren. Der Wolf ist zurückgekehrt. Nun liegt es an uns, gemeinsam mit dem Naturschutz sowie Landwirten und Nutztierhaltern Konzepte zu erarbeiten, die dazu beitragen, dass der Wolf als Bestandteil der heimischen Fauna akzeptiert wird. Das bedeutet aber auch, dass wir dafür Sorge tragen müssen, dass der Wolf keine Bedrohung für den Menschen darstellt und Nutztiere in der Kulturlandschaft hinreichend vor Übergriffen durch Wölfe geschützt werden.
Ich werde auch in Zukunft sowohl hier im Land wie auch auf Bundesebene eine offene, gesamtgesellschaftliche Debatte unterstützen und mitgestalten, die auch die Frage nach einem günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation in Deutschland und Europa aufwirft. Ich freue mich, dass sich Bund und Länder auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern auf der Umweltministerkonferenz in Berlin darauf geeinigt haben, weitere populationsbezogene Betrachtungen zum Erhaltungszustand der Art Wolf auf Basis verlässlicher und aktueller Daten vorzunehmen. Wir haben die Notwendigkeit erkannt und werden uns länderübergreifend noch intensiver zum Umgang mit dem Wolf austauschen und im Wolfsmanagement deutschlandweit einheitlich agieren.
Der kürzlich bekannt gewordene Abschuss eines Jährlingswolfes aus dem Lübtheener Rudel ist jedoch keine Lösung und wird von mir aufs schärfste verurteilt. Der Wolf ist europaweit eine streng geschützte Art. Hier hat jemand eine Straftat begangen, indem er scheinbar mutwillig geltendes Recht gebrochen hat. Wir werden diesen Verstoß mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln aufklären.“
LU Mecklenburg-Vorpommern

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