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Rheinland-Pfalz will Gemeinschaftsforstamt erhalten

„Das Gemeinschaftsforstamt in Rheinland-Pfalz ist ein Erfolgsmodell. Die Dienstleistungsangebote reichen von der Waldentwicklung über den gemeinschaftlichen Holzverkauf bis zum Schutz des Waldes mit all seinen wichtigen Funktionen für Mensch und Umwelt. Die Akzeptanz in den Kommunen, bei der Bevölkerung, den Waldbesitzern und in der Holzwirtschaft ist daher sehr groß“, erklärte Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz, am 21. November auf der Bundestagung des Gemeinsamen Forstausschusses „Deutscher Kommunalwald“ in Wittlich.
Der Ausschuss ist ein Gremium des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und vertritt die Interessen waldbesitzender Kommunen in Deutschland. In Rheinland-Pfalz ist knapp die Hälfte des Waldes Kommunalwald und je etwa ein Viertel Staatswald und Privatwald. Hier hat sich über die Jahrzehnte das Gemeinschaftsforstamt als anerkannte Lösung etabliert.
Gemeinsam mit den Mitgliedern des Forstausschusses erörterte Höfken auch die Bildung kommunaler Gemeinschaftsforstämter. Höfken kündigte an, dies zu prüfen. Gemeinsam mit dem Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz sollen dazu rechtliche, haushaltstechnische und organisatorische Rahmenbedingungen erörtert werden. Für die Klärung von Detailfragen sei die Novelle des Bundeswaldgesetzes abzuwarten.
Änderung des Bundeswaldgesetzes
Hintergrund seien die Einwände des Bundeskartellamts gegen die Kooperation staatlicher und nichtstaatlicher Waldbesitzer unter dem Dach von Forstbehörden in Baden-Württemberg. Das bedrohe auch die ähnlichen Strukturen in Rheinland-Pfalz. „Deswegen steht im Bundesrat am Freitag eine Änderung des Bundeswaldgesetzes auf der Tagesordnung – um die Gemeinschaftsforstämter in ihren vielfältigen Funktionen zu erhalten. Wir sind ganz und gar nicht bereit, sang- und klanglos unsere Gemeinschaftsforstämter aufzugeben“, erklärte die Ministerin.
Rheinland-Pfalz hatte daher bereits Anfang des Jahres einen Entwurf für ein neues Bundeswaldgesetz in den Bundesrat eingebracht. „In der Forstwirtschaft muss der Wettbewerb dort seine Grenzen finden, wo Leistungen im öffentlichen Interesse erbracht werden. Der Wald hat ja nicht nur eine Nutzfunktion, sondern auch eine Funktion zum Schutz des Klimas, des Wassers, der Artenvielfalt und unserer Erholung“, machte Höfken deutlich.
Wald spielt beim Klimaschutz weltweit eine zentrale Rolle
Ministerin Höfken ist am Wochenende von der Weltklimakonferenz in Marrakesch zurückgekommen, an der sie als Mitglied der deutschen Delegation teilnahm. „Der Wald spielt beim Klimaschutz weltweit eine zentrale Rolle, denn er ist ein wichtiger Speicher für das klimaschädliche Kohlendioxid. Außerdem liefert er Holzprodukte, die nicht nur selbst das CO2 speichern, sondern durch ihre Verwendung Materialien ersetzen, die mit hohem Energieeinsatz hergestellt werden. Wer mit Holz baut, schützt also das Klima.“
Deshalb fördere die Landesregierung den Holzbau auch als wichtige Klimaschutzmaßnahme. Nach dem Klimaschutzkonzept soll künftig bei Baumaßnahmen des Landes der Einsatz von Holz forciert werden. Bei der Ausstattung öffentlicher Gebäude sollen zudem verstärkt Holzprodukte genutzt werden, erläuterte Höfken.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
MUEEF Rheinland-Pfalz

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