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Rheinland-Pfalz: Waldzustandsbericht 2015

Rheinland-Pfalz: Waldzustandsbericht 2015

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz hat den Waldzustandsbericht 2015 veröffentlicht. Demnach sind 73 % der Waldbäume in Rheinland-Pfalz geschädigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der schwach geschädigten Bäume auf 48 % sowie der deutliche geschädigten Bäume auf 25 % jeweils leicht angestiegen. „Während sich der Kronenzustand der Buche deutlich verbessert hat, sind die Kronen der Eiche, Fichte, Lärche und Esche lichter geworden“, so Umweltministern Ulrike Höfken bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2015 in Mainz (3.12.2015).
Wälder fit machen für den Klimawandel
Vor dem Hintergrund des Weltklimagipfels in Paris wies die Ministerin darauf hin, dass sich die globale Erderwärmung im rheinland-pfälzischen Wald bereits deutlich bemerkbar mache. Die Vegetationszeit von Mai bis September sei in den vergangenen drei Jahrzehnten zu warm und zu trocken gewesen. Die extreme Hitze und Trockenheit dieses Sommers habe die Waldbäume darüber hinaus gestresst und geschwächt, was sie im kommenden Jahr anfälliger für Borkenkäfer und andere Schädlinge mache. Die Ministerin verwies auf Modellrechnungen, wonach die Klimaschäden der rheinland-pfälzischen Forstwirtschaft in Zukunft jährliche Einnahmeverluste zwischen 16 und 21 Mio. € bescheren könnten.
„Wir müssen unsere Wälder fit machen für den Klimawandel“, sagte Höfken und verwies auf ihre Waldpolitik: Neben der naturnahen Forstwirtschaft im Land seien der neue Nationalpark Hunsrück-Hochwald, die Ausweisung weiterer Wildnisgebiete und die weitgehend abgeschlossene FSC-Zertifizierung des Staatswaldes Beiträge zum Klimaschutz und zum Erhalt der natürlichen Artenvielfalt. Zudem leiste Rheinland-Pfalz mit der konsequenten Umstellung von fossilen Energien auf Erneuerbare seinen Beitrag zur Energiewende und damit zum weltweiten Klimaschutz – übrigens auch durch den naturverträglichen Ausbau der Windkraft im Wald.
Höfken hob die Funktion des Waldes als natürlicher Kohlendioxid-Speicher hervor: „Der Wald in Rheinland-Pfalz speichert rund 280 Millionen Tonnen CO2, das sonst in die Atmosphäre entweichen würde.“ Dies gelte auch für Holz als Baustoff, dessen Verwendung die Landesregierung voran treibe und damit gleichzeitig die Wertschöpfung in den ländlichen Räumen erhöhe. „Während der Klimawandel unseren Wäldern zu schaffen macht, sind die Luftschadstoffe seit Jahren rückläufig. Hier zeigt die Luftreinhaltepolitik Erfolge“, stellte die Ministerin fest. Durch die zunehmend wärmeren Sommer sei allerdings die Ozonbelastung des Waldes langfristig erhöht. Ozon bilde sich an heißen Tagen insbesondere durch Stickoxid- und Kohlenwasserstoff-Emissionen aus dem Straßenverkehr, Kraftwerken und Industrieprozessen. Darunter leide die Gesundheit der Menschen genauso wie die der Bäume, so Höfken. Weitere Anstrengungen seien vor allem zur Reduktion der Stickstoffemissionen notwendig: „Dazu muss der Bund den Ländern neue Instrumente in die Hand geben.“
Für den vorliegenden Waldzustandsbericht haben Mitarbeiter von Landesforsten unter Federführung der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Trippstadt die Kronen von mehr als 4000 Bäumen begutachtet. Um ein umfassenderes Bild der Waldgesundheit zu zeichnen, wurden in den Bericht auch die Themenfelder Wald und Klimawandel, Waldentwicklung und Biodiversität, Wildschäden und Zertifizierung der Forstbetriebe aufgenommen.
Der Waldzustandsbericht im Internet: http://www.wald-rlp.de/forschungsanstalt-fuer-waldoekologie-und-forstwirtschaft/veroeffentlichungen/waldzustandsbericht.html
 

Der Waldzustandsbericht 2015 hier zum Herunterladen

 
MULEWF Rheinland-Pfalz

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