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Rheinland-Pfalz: Waldkalkung wird reduziert

Rheinland-Pfalz: Waldkalkung wird reduziert

Statt saurer Regen ist es inzwischen der Klimawandel, der den Wäldern zu schaffen macht, erklärte Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese am 9. Dezember in Mainz. Die Luftreinhaltepolitik der vergangenen Jahrzehnte habe dazu geführt, dass der Eintrag von Schwefelverbindungen seit den 1980er Jahren auf ein Fünftel zurückgegangen ist und sich der Säureeintrag halbiert hat. Zudem sei die Versauerung der Waldböden durch die Bodenschutzkalkungen der vergangenen 30 Jahre zurückgegangen.
„In den Waldböden ist so viel Säurepuffer vorhanden, dass wir in vielen Fällen die Wiederholungsintervalle der Kalkung verlängern können“, so Griese. Deshalb habe die Landesregierung die Förderung dieser Maßnahme zurückgefahren. „Wir müssen das Übel an der Wurzel packen, statt die Symptome zu bekämpfen“, betonte der Staatssekretär. Auf lange Sicht müsse es das Ziel sein, die Umwelteinflüsse aus Landwirtschaft und Verkehr weiter zu reduzieren und durch naturnahen Waldbau stabile Wälder und Böden zu entwickeln.
Kalkungsturnus verlängern
Im Jahr 2014 wurde die Kalkung von rund 5500 ha Waldfläche noch mit rund 850.000 € gefördert. 2015 würden nur noch 1.133 ha gefördert, so Griese. Er verwies auf eine neue wissenschaftliche Studie der Universität Trier, an der auch die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft beteiligt gewesen sei. Demnach halte die stabilisierende Wirkung der Kalkung auf den Nährstoffhaushalt des Waldbodens viel länger an als ursprünglich gedacht. Ging man zunächst von einem notwendigen Kalkungsturnus von zehn Jahren aus, könne dieser nun auf 20 bis 40 Jahre ganz erheblich ausgeweitet werden.
Staatssekretär Griese: „Die Landesregierung will künftig nicht generell auf Bodenschutzkalkungen verzichten, wir können den Turnus aber verlängern und werden nach Bodenarten und Waldtypen differenziert vorgehen. Das schadet unserem Wald nicht und schont unseren Haushalt.“
Die Forschungsanstalt in Trippstadt erarbeite dazu derzeit ein Konzept gemeinsam mit der Forsteinrichtung in Koblenz. „Um die Wälder und Waldböden in Rheinland-Pfalz zu erhalten und im Zeichen des Klimawandels zu stabilisieren, setzen wir auf nachhaltige Forstwirtschaft und naturnahen Waldbau“, betonte Griese.
MULEWF Rheinland-Pfalz

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