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Rheinland-Pfalz: Sicherung der Auwälder am Rhein

Rheinland-Pfalz: Sicherung der Auwälder am Rhein

Die Wildnis zwischen Wasser und Deich hat Umweltstaatssekretär Thomas Griese am 25. August bei einer Radtour durch die Pfälzer Rheinauen erkundet. „Die Auwälder sind eines der artenreichsten Gebiete in Rheinland-Pfalz, das wir erhalten und entwickeln wollen. Hier lässt sich Naturschutz und Naturerlebnis in idealer Weise verbinden“, sagte Griese, der unter anderem von Forstamtsleiterin Monika Bub und dem Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) Prof. Jürgen Seimetz begleitet wurde. Im März hatte Umweltministerin Ulrike Höfken eine Vereinbarung mit dem Naturschutzverband BUND unterzeichnet, wonach die Landesforsten von diesem Jahr an zwischen Worms und Neuburg schrittweise rund 940 Hektar landeseigenen Wald aus der forstwirtschaftlichen Nutzung nimmt. Griese bedankte sich bei den Verantwortlichen der Forst- und Naturschutzverwaltung sowie des BUND für ihr Engagement in diesem Prozess.Vom Pflanzgarten des Forstamts Pfälzer Rheinauen aus führte die zweistündige Radtour durch den typischen Auwald mit Eichen, Feldahorn und Wildapfel. Wie der Auwald sich ohne forstwirtschaftliche Nutzung entwickelt, besichtigte die Gruppe in der Naturwaldzelle „Gimpelrhein“, wo die Förster seit vier Jahrzehnten die Natur sich selbst überlassen. Bereits in diesem Jahr werde das Forstamt weitere 260 Hektar Wald aus der Nutzung nehmen, erläuterte Monika Bub: „Damit sich die Wildnis weiter entwickeln kann, werden Hybridpappeln entnommen, frei werdende Flächen sich selbst überlassen oder standortgerechte Baumarten wie die Schwarzpappel oder die Eiche gepflanzt.“ Am Schöpfwerk bei Sondernheim erläuterte Prof. Seimetz die Bedeutung des Auwalds als Reserveraum für Hochwasser: „Rheinland-Pfalz hat hier die Chance, über das 200-jährliche Schutzziel hinaus, einen Reserveraum für Extremhochwasser zu schaffen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf das Hochwassergeschehen am Rhein zu kompensieren.“Das Bundesamt für Naturschutz zählt die Auwälder am Rhein zu den „Hotspots der Biodiversität“ in Deutschland und damit zu den besonders bedrohten natürlichen Lebensräumen. Zum Beispiel sind hier der Schwarzspecht, der Kammmolch, die Bechsteinfledermaus und der Hirschkäfer zu Hause. „Neben dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald leisten wir mit unserem Engagement zum Erhalt der Auwälder im Waldland Rheinland-Pfalz einen weiteren Beitrag zur Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategie“, erklärte Staatssekretär Griese. Er stellte klar, dass die Auwälder für Erholungssuchende und Naturliebhaber weiterhin offen stehen: „Wir wollen dieses einzigartige Naturerlebnis auch für kommende Generationen bewahren.“ Bei der Begradigung des Rheins vor mehr als 100 Jahren sei ein Großteil der natürlichen Auwälder verloren gegangen. Rheinland-Pfalz werde nun seiner Verantwortung für die Relikte dieses Naturschatzes gerecht.

MULEWF

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