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Rheinland-Pfalz sichert wertvolle Auwälder

Die wertvollen Auwälder am Rhein sollen für die Zukunft gesichert werden. Umweltministerin Ulrike Höfken hat am 9. März angekündigt, dass die Landesforsten Rheinland-Pfalz zwischen Worms und Neuburg (Höhe Karlsruhe) schrittweise rund 940 ha landeseigenen Wald aus der forstwirtschaftlichen Nutzung nehmen werde.
„Mit Tullas Rhein-Begradigung vor über 100 Jahren ist ein Großteil des natürlichen Auwalds verloren gegangen. Die Relikte dieses Naturschatzes wollen wir für kommende Generationen bewahren und weiter entwickeln“, so Höfken. Sie wies darauf hin, dass die Auwälder die größte Dichte von Tier- und Pflanzenarten in ganz Rheinland-Pfalz aufweisen. Der Schwarzspecht, der Kammmolch, die Bechsteinfledermaus und der Hirschkäfer seien hier zu Hause. Das Bundesamt für Naturschutz zähle die Auwälder am Rhein zu den „Hot Spots der Biodiversität“ in Deutschland und damit zu den besonders bedrohten natürlichen Lebensräumen. „Neben dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald leisten wir damit einen weiteren Beitrag zur Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategie“, erklärte die Ministerin.
Ziel: Eigendynamische Entwicklung des Auwaldes
Nach zweijähriger Vorarbeit unterzeichnete Höfken gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des BUND Rheinland-Pfalz, Holger Schindler, eine Vereinbarung zur Umsetzung der eigendynamischen Entwicklung des Auwaldes. Dieses Konzept habe Landesforsten Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Naturschutzverwaltung und dem BUND erarbeitet. Schindler betonte: „In Rheinland-Pfalz tragen wir eine besondere Verantwortung, da sich die letzten größeren Auwaldrelikte im Süden unseres Bundeslandes befinden. Deshalb freut es uns sehr, dass die Landesregierung unser Anliegen aufgenommen hat und große Teile der aktiven Rheinaue einer natürlichen Dynamik überlassen will. Aktive Auwälder eignen sich besonders gut als Wildnisgebiete, da hier der Rhein die Landschaft mitgestaltet und zu einem Mosaik verschiedener Lebensräume und damit zu einer hohen Biodiversität führt.“
Höfken wies darauf hin, dass ein Großteil des Auwaldes am Rhein bereits unter Naturschutz stehe und dem europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 angehöre. „Diesen Schutz wollen wir ausbauen und damit die Lebensräume der Arten im Auwald vergrößern“, so die Ministerin. Schritt für Schritt werde das Forstamt Pfälzer Rheinauen bis ins Jahr 2044 den Auwald wasserseits des Rheinhauptdeichs aus der Nutzung nehmen.
Bereits von diesem Jahr an werden rund 260 ha Wald nicht mehr bewirtschaftet. „Damit sich die Wildnis weiter entwickeln kann, werden Hybridpappeln entnommen, frei werdende Flächen sich selbst überlassen oder standortgerechte Baumarten wie die Schwarzpappel oder die Eiche gepflanzt“, erklärte Höfken.
Um den Dialog mit den verschiedenen Nutzern des Auwaldes weiter zu führen, werden die vom Forstamt organisierten Auen-Foren fortgesetzt. Höfken: „Wir werden uns dafür einsetzen, dass alle Seiten in den bevorstehenden Prozess einbezogen werden. Nur so erreichen wir die Akzeptanz aller Beteiligten.“
MULEWF Rheinland-Pfalz

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