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Schutz und Nutzen des Waldes vereinbaren

Rheinland-Pfalz: Nationalparkdebatte schreitet fort

Umweltstaatssekretär Thomas Griese hat am 13. Februar in Morbach engagiert für einen Nationalpark in Rheinland-Pfalz geworben. Er zeigte sich erfreut über die bereits erfolgte Interessensbekundung des Landkreises Birkenfeld: „Die Akteure der Region Birkenfeld haben die großen Chancen erkannt, die ein Nationalpark für den Tourismus und die Entwicklung der regionalen Wirtschaft mit sich bringen würde. Vorbildlich ist, wie intensiv, konstruktiv und kreativ das mögliche Projekt vor Ort diskutiert wird, wie sich die Menschen einbringen und Ideen entwickeln.“ In den kommenden Monaten werde die Landesregierung den Dialog mit den Verantwortlichen der Region und auch der Bevölkerung intensivieren. Griese zeigte sich zuversichtlich, dass für die Holzindustrie im Hochwald-Idarwald eine Zukunftsperspektive entwickelt werden könne.
Dem Staatssekretär zufolge sei es durchaus sinnvoll, Teile des Idarwalds im Bereich Morbach in eine mögliche Nationalpark-Kulisse einzubeziehen: „Dieser Schritt würde der Gemeinde neue und langfristig wirkende Chancen für eine nachhaltige Entwicklung eröffnen.“ Er Staatssekretär wies mit Nachdruck darauf hin, dass das Land dabei die Sägewerke nicht vernachlässige. Landesforsten habe den Holzeinschlag im Staatswald in den letzten zehn Jahren bereits um 40 Prozent gesteigert und werde dieses Niveau halten. Vor dem Hintergrund des Klimawandels müsse es aber Ziel sein, vom reinen Fichtenwald abzukommen und stabilere Mischbestände aufzubauen. Dieser Prozess des Waldumbaus sei auch im Idarwald-Hochwald im Gange. Griese: „Entscheidend ist, dass in der bis zu dreißigjährigen Übergangsphase zur Einrichtung eines Nationalparks die Fichtenholzvorräte gezielt genutzt würden, um die erwünschte natürliche Waldentwicklung zu befördern. Diese Mengen kämen sehr wohl der ortsansässigen Holzindustrie zu gute.“ Darüber hinaus fördere das Land im Rahmen seiner Aktivitäten im Bereich des Holzbausektors bewusst auch alle technologischen Neuerungen, die auf die Verwendung des heimischen Buchenholzes ausgerichtet sind. „Wir wollen Perspektiven für die Industrie im Einklang mit der Natur entwickeln“, sagte der Staatssekretär.
Mit ihrer Informationspolitik wolle die Landesregierung auch in Umlauf gebrachten falschen Behauptungen entgegentreten: „Wandern, joggen, radfahren oder reiten ist im Nationalpark erlaubt. Bei den Besucherlenkungsmaßnahmen geht es nicht darum, die örtliche Bevölkerung einzuengen. Vielmehr sollen zusätzliche Besucher so durch den Wald geführt werden, dass ihnen attraktive und naturverträgliche Routen zugänglich sind“, betonte Griese. Auch was die Versorgung mit Brennholz betrifft, müssten sich Anwohner eines Nationalparks keine Sorgen machen.
Der Staatssekretär trat auch den Stimmen entgegen, die vor Kosten eines Nationalparks warnen: „Der Nationalpark wird neue Einnahmen generieren und Arbeitsplätze schaffen. Für die Betreuung des Gebiets werden wir auf bestehende Strukturen von Landesforsten zurück greifen, das heißt, hier werden keine wesentlichen Zusatzkosten entstehen.“ Letztlich werde der Nationalpark ein Gewinn für alle sein – für die Menschen in der Region und für die Natur.
 
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung: Nationalpark: Riesen-Chance für die Region Soonwald

 
MULEWF

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