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Rheinland-Pfalz: Landwirtschaft schützen

Rheinland-Pfalz: Landwirtschaft schützen, Wälder aufwerten

Umweltministerin Ulrike Höfken erklärte anlässlich des zweiten Trierer Waldforums am 13.10.2013 unter anderem Pläne der Landesregierung zur anstehenden Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes: „Ausgleichsmaßnahmen müssen dem Naturschutz nützen und nicht schaden. Das gilt auch für Ersatzaufforstungen, wenn Wald etwa für den Straßen- oder Siedlungsbau gerodet wird. Deswegen wollen wir in den waldreichen Regionen von Rheinland-Pfalz ökologisch wertvolles Offenland stärker schützen.“ Mit einem Waldanteil von 42 % sei Rheinland-Pfalz neben Hessen das waldreichste Bundesland. In den vergangenen Jahrzehnten sei der Waldanteil kontinuierlich gestiegen. „Die weitere Zunahme von Wald in ohnehin sehr waldreichen Gebieten wollen wir verhindern, um Wiesen, Weiden und Äcker mit ihren wertvollen Biotopen zu bewahren“, so Höfken. In den waldärmeren Regionen solle es aber bei dem bisherigen Verfahren zur Ersatzaufforstung bleiben.
Mehr Grünlandschutz statt Ersatzaufforstung
Die Ministerin verwies auf die Umwelt- und Bauernverbände, die ebenfalls den Schutz des Grün- und Ackerlandes forderten und weitere Ersatzaufforstungen kategorisch ablehnten. „Es kann nicht sein, dass die letzten artenreichen Talwiesen im Pfälzerwald oder Magerwiesen im Westerwald zum Ausgleich eines Eingriffs aufgeforstet werden“, so die Ministerin. Auf Grünland in Deutschland kommen mehr als 2000 Pflanzenarten vor, auch für viele Tierarten sei Grünland von essentieller Bedeutung.
Höfken betonte, dass die Landesregierung den Schutz des Waldes keineswegs geringer einstufe. „Um den Wald zu bewahren, brauchen wir nicht zwangsläufig mehr Waldflächen, sondern naturnahen Wald, der Sturmkatastrophen, Sommertrockenheit und Schädlingsbefall stand hält und damit auch die Artenvielfalt garantiert“, so die Ministerin. Eine nachhaltige Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz dürfe sich nicht allein auf die Fläche beziehen, sondern müsse auch die Situation vor Ort und die Qualität des vorhandenen Waldes berücksichtigen. Deshalb sollen Ausgleichsmaßnahmen etwa für Bauvorhaben in waldreichen Regionen künftig vorrangig vorhandene Waldflächen aufwerten. Höfken: „Zum Beispiel wollen wir auf diesem Weg den Laubholzanteil in unseren Wäldern erhöhen, Moore und Gewässer renaturieren.“
MULEWF Rheinland-Pfalz/fp

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