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Rheinland-Pfalz: Holzindustrie und Nationalpark

Bei Besuchen in den Sägewerken in Hochscheid im Landkreis Bernkastel-Wittlich am 3. Dezember bedauerte die Staatsministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, die Situation der von Entlassung betroffenen Mitarbeiter. „Die Arbeiter sind damit von strukturellen Problemen der Sägewerke betroffen“, erklärt Höfken. Dazu gehörten hohe Überkapazitäten, die in den letzten zehn Jahren gestiegenen Rohholzpreise, langfristig steigende Laubholz- und sinkende Nadelholzangebote.
Die Situation der Säger in Hochscheid habe mit aktuellen politischen Entscheidungen nichts zu tun. Ein Nationalpark habe keine relevante Auswirkung auf die Holzindustrie. Die aus dem Nationalparkgebiet bezogene Holzmenge mache gerade ein bis zwei Prozent der in den regionalen Sägewerken verarbeiteten Menge aus. Dieses Nadelholz könnte – wenn dem keine Stürme oder ähnliches entgegenstehen – problemlos aus angrenzenden Forstämtern gestellt werden, so Höfken. Von einer Gefährdung der Arbeitsplätze in der Holzindustrie durch den Nationalpark könne also keine Rede sein.

Die Sägeindustrie müsse sich jedoch durch die vor 25 Jahren veränderte Waldpolitik auf ein langfristig sinkendes Nadelholzangebot einstellen. Statt Monokulturen, die leicht Stürmen zum Opfer fallen, sind gesunde Mischwälder inzwischen Standard der Forstwirtschaft. Ministerin Höfken kündigte an, mit den Sägewerken im Gespräch zu bleiben, um Strategien und Vermarktungskonzepte für die Holzindustrie zu erörtern. Wichtig sei es, die Arbeitnehmer dabei einzubeziehen.


MULEWF RP

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