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Regionale Erfolgsfaktoren für die Sägeindustrie in Baden-Württemberg

Regionale Erfolgsfaktoren für die Sägeindustrie in Baden-Württemberg

Zur vierten Auflage des Veranstaltungsformates „ClusterPlus.Forum“ der Clusterinitiative Forst und Holz Baden-Württemberg kamen 80 Teilnehmer am 25. Oktober nach Empfingen. Unter dem Leitthema „Sägeindustrie 2020 – Regionale Erfolgsfaktoren für die Sägeindustrie in Baden-Württemberg“ stand das Thema der regionalen Nachhaltigkeit und Wertschöpfung in Zeiten angespannter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen im Mittelpunkt. Zielgruppen der Veranstaltung, bei der der Verband der Säge- und Holzindustrie Baden-Württemberg e.V. (VSH) als Kooperationspartner fungierte, waren in erster Linie Unternehmen der Sägeindustrie.Bei der Begrüßung des Forums verwies Uwe André Kohler, Clustermanager in Baden-Württemberg, auf die Zielsetzung der Veranstaltung: „ClusterPlus steht für den Mehrwert und den Nutzen, den vor allem Unternehmen durch Ihr Engagement im Cluster erzielen können.“ Des Weiteren betonte er die unterstützende Funktion des Clusters für Unternehmen in ihrer regionalen bzw. überregionalen Ausrichtung. Die Clusterinitiative Forst und Holz Baden-Württemberg wurde 2008 vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ins Leben gerufen. Sie hat zwei übergeordnete Ziele: Die Holznutzung und Holzverwendung zu fördern sowie die Wettbewerbsfähigkeit aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette Forst und Holz in Baden-Württemberg zu stabilisieren und auszubauen.Erster Referent des Tages war Prof. Dr. Hubert Röder vom Wissenschaftszentrum Straubing, er betonte die anstehenden Herausforderungen für die Branche. Als Gründe der angespannten Situation nannte Röder den Rückgang des Nadelstamm- und Nadelindustrieholzaufkommens, die erhöhten Rundholzpreise und die mangelnde Durchsetzungskraft höherer Schnittholzpreise am Markt. „Um die Situation zu verbessern, kann die Beschaffung im überregionalen Bereich sowie der Aufbau von Produktionsnetzwerken sinnvoll sein“, so Röder weiter.Dr. Philipp Strohmeier, Geschäftsführer der Initiative „Holz von Hier“, sprach in seinem Vortrag über die verschiedenen Einflussfaktoren des Marktes und nannte „die sich abzeichnenden Trends, auf die auch die Politik mit entsprechenden Entscheidungen reagiert: Authentizität, Regionalität wie auch Nachhaltigkeit und Ökologisierung“. Allesamt Entwicklungen, die sich auch die Sägeindustrie als Wettbewerbsfaktoren zu Nutze machen könne. Als Instrument hierfür beschrieb er die Initiative „Holz von Hier“, mit der der VSH seit diesem Jahr kooperiere und seinen Mitgliedern dadurch eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft bei „Holz von Hier“ ermögliche.Der Inhaber von Forst Holz Markt Consulting, Dr. Franz-Josef Lückge, beschrieb die Vorteile und Absatzpotenziale beim überregionalen Zukauf von Vorprodukten, insbesondere für kleinere und mittlere Sägewerke. Dies sei eine Möglichkeit, sich von Mitbewerbern abzusetzen, wenngleich dies eher als Nische zu betrachten sei.Dr. Sebastian Rüter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Thünen-Institut Hamburg, war es vorbehalten, aussagekräftige Ökobilanzen und Umweltproduktdeklarationen für Schnittholzprodukte und dem damit verbundenen positiven Effekt bei öffentlichen Ausschreibungen vorzustellen.Wilhelm Schilling, Präsident des VSH Baden-Württemberg, referierte über das Potenzial des regionalen Wirtschaftens der Sägeindustrie in Baden-Württemberg. Die gestiegene Bedeutung des Rohstoffes Holz hinsichtlich seiner Nachhaltigkeit habe für die Sägewerke positive Auswirkungen. Seine Empfehlung: „Es liegt nun an den Unternehmen selbst, sich die neuen Möglichkeiten und Chancen zu erschließen und dabei auch über den Tellerrand hinaus zu schauen.“

Als letzter Referent des Tages stellte Dr. Bernd Wippel, Abteilungsleiter Forstberatung bei UNIQUE forestry and land use in Freiburg, die Ergebnisse der Sägewerksstudie Baden-Württemberg vor. Als maßgebliche Probleme der Branche nannte er Überkapazitäten wie auch zu hohe Beschaffungs- und zu niedrige Absatzpreise. Im Rahmen der Studie wurden knapp 30 Unternehmer und Geschäftsführer aus Baden-Württemberg befragt und Umsetzungsvorschläge entwickelt, um den Schwierigkeiten der Sägeindustrie entgegenzutreten.
 
 
Uwe André Kohler, Clustermanager Forst und Holz B-W

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