Waldschutz

REDD+: Entwaldungen einschränken, Klimaziele erreichen

Bearbeitet von Carolin Föste

Wälder speichern viel Kohlenstoff – doch bei der global voranschreitenden Entwaldung entstehen auch viele Emissionen. In den vergangenen 300 Jahren ist der weltweite Waldbestand um rund 40 % verloren gegangen. Dem soll allein schon aus Klimaschutzgründen entgegengewirkt werden. Ob Erfolge aus REDD+-Projekten zu beobachten sind, evaluiert eine neue Studie.

Eine neue Studie fasst zusammen, welchen Effekt der globale Aktionsplan REDD+ (Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradation) im Klimawandel hat. Welche Rolle spielen Wälder auf dem Weg, die Klimaziele zu erreichen und wirkt sich das Programm positiv auf sie aus? Vor zehn Jahren wurde REDD+ von der Vereinten Nationen (UNO) ins Leben gerufen – der neuen Studie nach, gibt es noch Ausbesserungsbedarf.

Waldreichen Regionen in Tropen und Subtropen finanziell unterstützen

Reiche Nationen profitieren von den großen Wäldern in Ländern mit niedrigerem Einkommen, das geht aus der neuen GFEP-Studie (engl. Global Forest Expert Panels) hervor, aufgestellt von der IUFRO (engl. International Union of Forest Research Organizations), einem internationalen Forscherteam aus Wien. Es liege daher in globaler Hand und Verantwortung, diese Waldgebiete zu schützen.

Aus diesem Grund riefen die UNO vor zehn Jahren das internationale Vorhaben REDD+ aus, über das wohlhabende Staaten ärmere Länder in tropischen und subtropischen Regionen finanziell unterstützen, um die Wälder dort zu erhalten und nachhaltig bewirtschaften zu können. Der Großteil des Geldes käme bisher aus Deutschland und Norwegen und gehe nach Brasilien und Indonesien.

REDD+ braucht klarere Strukturen, um dem Wald zu helfen

Ausbesserungsbedarf sieht die IUFRO in der noch zu komplexen Verwaltungsstruktur. „Wenn es REDD+ gelänge, sich besser mit staatlichen und privaten Programmen, NGOs und regionalen Initiativen zu vernetzen, könnten strukturelle Probleme der überstaatlichen Herangehensweise minimiert werden“, sagt Stephanie Mansourian. Sie ist stellvertretende IUFRO Task Force Koordinatorin und Umweltberaterin und nennt mögliche Chancen: eine gemeinsame und klare Zielsteuerung, verlässliche Entscheidungsgrundlagen durch abgeglichene Daten sowie ein noch stärkeres Auftreten gegenüber Vorhaben, die den Ausbau des Waldschutzes einschränken.

Bisher organisiere REDD+ 377 Projekte in 56 Staaten. Die Projekte wirken sich auf 53 Mio. ha Wald aus.

Wichtiges Ass im Ärmel: Kohlenstoffspeicher Wald stärken

Der Wald könne den Klimaschutz tatkräftig stärken, dabei sei aber nicht nur Masse an Wald wichtig, sondern auch sein Zustand. Gerade die Biodiversität und damit auch die Lebensqualität der Menschen vor Ort, die mit und von dem Wald leben, seien elementare Punkte, die im REDD+ festgelegt sind und in der Studie mit untersucht wurden.

Um das 1,5-Grad-Ziel der Nationen im Kampf gegen den Klimawandel zu erreichen, müsse die globale Entwaldung bis 2030 um 70 % eingedämmt werden und bis 2050 um 95 %. Um das zu erreichen, gebe es noch Potenzial nach oben, schlussfolgert die Studie.

REDD+ soll Ziele für den Wald weiter forcieren

Grundsätzlich wird ein positives Ergebnis aufgestellt: REDD+ wirke bereits. Es brauche jedoch neben der Verbesserung der Verwaltungsstrukturen noch mehr Aufmerksamkeit für Artenvielfalt und die Lebensqualität der Menschen vor Ort von Seiten der Politik und zuständigen Organisationen sowie eine bessere Vernetzung zwischen den Staaten und einheitlichere Klimaziele. Der Wald sei dann Teil der Lösung der Klimawandel-Problematik.

„Je deutlicher die positiven wirtschaftlichen und sozialen Effekte von REDD+ zutage treten, desto höher die Akzeptanz des Programms unter den Menschen der betroffenen Regionen. Deshalb muss REDD+ das Augenmerk noch stärker auf den Erhalt der Artenvielfalt sowie auf die Sicherung des Lebensunterhalts der einheimischen und indigenen Bevölkerung richten. Kommt dieser eine aktive Rolle im Waldschutzprogramm zu und kann sie so die eigenen Existenzgrundlagen verbessern, erhöht sich auch die ökologische Wirksamkeit von REDD+“, schließt der Hauptautor der Studie und IUFRO-Präsident John Parrotta vom USDA Forest Service.

Quelle: IUFRO