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Reber-Seilbahn-Schlitten

Paul Reber AG: Langstrecke zu zweit

Die Paul Reber AG aus Schüpfheim im Kanton Luzern sollte für einen Kunden aus Österreich eine Langstreckenseilbahn bauen, die sich besonders rationell aufbauen lässt und im Betrieb möglichst den dritten Mann einspart. Schließlich sind die Kosten der Seilbringung im preisgeplagten Forstsektor oft der kritische Faktor. Daneben sollte mit der Anlage ohne große Umbaumaßnahmen auch ein Umlaufbetrieb möglich sein. Die Schweizer haben die Herausforderung angenommen und etwas erfunden:

Die Grundidee der „Reber ULA-7000“ ist ein modularer Aufbau, bei dem keine Komponente schwerer ist als 1 t und damit problemlos mit leichten Transporthubschraubern an Ort und Stelle verbracht werden kann. So verteilt sich das Windensystem jetzt auf zwei Schlitten. Für den Vorlauf auf der Straße sind diese so schmal gehalten, dass sie auf der Ladefläche eines Lkw genau 2,55 m in der Breite beanspruchen. Der erste beherbergt den Dieselmotor von Mercedes mit 355 PS nebst Tank und Hydraulikpumpen. Die Abgasnachbehandlung für Euro 4 braucht auch entsprechend Platz.

Die Antriebselemente sind auf dem zweiten Schlitten aufgebaut. Die zwei Antriebsräder mit den Getrieben integrieren dynamisch wirkende Scheibenbremsen sowie eine statisch wirkende Lamellenbremse. Direkt auf die Antriebsräder ist die dritte, ebenfalls statisch wirkende Bandbremse montiert. Hinter den Antriebsrädern befindet sich die Seilspeichertrommel mit automatischer Wicklung. Das Wickelsystem ist unabhängig vom Seildurchmesser und elektronisch überwacht. Je nach Stärke finden hier bis zu 3 450 m Seil Platz.

Die Montage der Anlage erfordert kein genaues Ausrichten der Seilwinde zur Seillinie mehr, da die Rollen eine Toleranz von 5° im Ein- oder Auslaufwinkel zulassen. Die Schlitten müssen lediglich horizontal ausgerichtet und verankert werden. Die Seilbahn entwickelt eine Zugkraft von 7 t und eine Seilgeschwindigkeit bis 8 m/s.

Die SPS-Funksteuerung mit Zielautomatik entwickelte das Team der Reber AG auch selbst. Für die Abladestellen sind vier Positionen frei wählbar, bis zu 15 Stützen lassen sich einprogrammieren. Der Seilablenkwinkel kann auf dem Steuerungsdisplay eingegeben werden. So wird die Sattelüberfahrt automatisch angepasst. Nach ersten Erkenntnissen in der Praxis erreicht der Kunde mit der ULA 7000 im Zweierteam ohne Maschinist eine höhere Produktivität als vorher mit drei Mann.

Reber/Red.

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