Anheizen mit Anmacherhölzern
Trockenes Feuerholz und Anmacherhölzer - so sollte das Anfeuern gelingen.
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Ratgeber: Kamin richtig anheizen

10. Dezember 2022
Mit einem Kaminofen kommen Wärme und Behaglichkeit ins Haus. Doch damit das Kaminfeuer optimal brennt und sich nur wenig Asche, schädliche Abgase oder sogar Glanzruß im Schornstein bilden, müssen beim Anheizen im Kaminofen einige Spielregeln beachtet und Fehler vermieden werden.

In unserem Ratgeber erklären wir, wie es geht.

Das Brennholz

Beginnen wir mit dem Brennstoff: Der Heizwert des Holzes ist in hohem Maße von dem darin enthaltenen Wasser abhängig. 20 % ( = 25 % Feuchte), mehr darf es nicht sein. (Notfalls den Schornsteinfeger messen lassen!) Entgegen der überlieferten Meinung, dass man die Scheite dafür mindestens zwei Jahre lagern muss, reichen bei einer korrekten Lagerung (abgedeckt, gut durchlüftet und möglichst besonnt) schon wenige Monate aus. Gute Hinweise dazu gibt es beim TFZ Straubing.  Es versteht sich von selbst, dass lackiertes Holz und Spanplatten nicht in den Ofen gehören.

Die Luftzufuhr

Kein Feuer kann ohne Sauerstoff existieren, das gilt auch für ein Kaminfeuer. Deshalb sind Öfen mit einem regulierbaren Lufteinlass ausgestattet; die meisten verfügen sogar über eine getrennte Primär- und Sekundärluftzufuhr. Die Primärluft wird von unten, in der Regel über den Ascheraum, durch ein Rost zum Feuer geführt. Bei der Mehrzahl der Öfen wird sie nur beim Anfeuern benötigt (Bedienungsanleitung beachten).

Sekundärluft regeln

Die Sekundärluft regelt die Verbrennungsluftmenge. Sie wird bei fast allen Öfen weiter oben hinter die Glasscheibe geleitet. Der Luftschieber am Kaminofen befindet sich entweder oberhalb der Scheibe oder seitlich neben der Ascheschublade. An einem Kaminofen mit gutem Sekundärluftzug berußen die Scheiben nicht so schnell, und das Holz brennt effizienter ab, besonders wenn die Sekundärluft in einem Hohlraum im oberen Teil des Brennraums vorgewärmt wird.

Das Anzünden - erklärt in wenigen Schritten

Kommen wir zu unserem eigentlichen Vorhaben: den Kaminofen richtig anzünden.

Das richtige Anfeuern Schritt für Schritt erklärt:

Beim Anzünden braucht das Feuer also jede Menge Sauerstoff. Im ersten Schritt öffnen wir deshalb sowohl den Primär- als auch den Sekundärlufteinlass. Völlig ungehemmt kann Primärluft unter dem Rost einströmen, wenn die Tür zum Aschekasten gleich ganz geöffnet wird.

Auf dem Rost des Kaminofens platzieren wir zwei nicht allzu große Holzscheite so nebeneinander, dass zwischen beiden eine schmale Ritze entsteht. Dorthinein kommt der Anzünder.

Holz richtig im Kamin schichten

Darauf wird ein wenig Anmachholz luftig geschichtet. Die Schichtung dabei nicht zu dicht werden lassen, damit der Anzünder mit dem Streichholz noch erreicht werden kann und die Flamme einen Weg zwischen den Hölzchen hindurch findet, ohne zu ersticken.

Brennt der Anzünder, wird die Tür zum Brennraum verschlossen. Sämtliche Zuluft bleibt aber zunächst geöffnet, um die Flamme mit reichlich Sauerstoff zu versorgen. Diese greift vom Anzünder zuerst auf die Anmachhölzer über und entwickelt jetzt bereits eine kräftige Flamme, die, von der Primärluft angetrieben, immer tiefer zwischen die Scheite dringt, bis das Brennholz ganz davon erfasst ist.

Luftzufuhr reduzieren

Erst wenn sich bereits Glut gebildet hat und die Flamme kleiner, sehr heiß und vielleicht sogar etwas bläulich geworden ist, reduzieren wir die Primärluftzufuhr bzw. schließen die Ascheklappe. Dann ist es auch Zeit, ein weiteres Stück Holz nachzulegen.

Nach dem Erreichen der Betriebstemperatur wird hauptsächlich mit Sekundärluft geheizt. Ihre Dosierung hängt vom Zug des Ofens ab (Bedienungsanleitung), aber auch von der Außentemperatur und der Wetterlage. Die Primärluft kann nun gedrosselt oder auch ganz verschlossen werden, je nachdem wie es der Typ des Kaminofens verlangt. Im Dauerbetrieb soll das Flammenbild gleichmäßig und ruhig sein.

Brennholz richtig lagern

Nach unseren Tipps zum Thema Kaminofen richtig anzünden noch einige Hinweise zur richtigen Lagerung des Holzes, denn ohne genügend trockenes Holz gibt es auch kein schönes Kaminfeuer.

Wer zu feuchtes Holz verbrennt, schadet der Umwelt und verschenkt bares Geld, denn zu feuchtes Brennholz liefert wenig Wärme. Die Leistung des Ofens wird gesenkt. 

So lagern Sie Brennholz richtig: 

  • Holz in Scheiten lagern. Zwischen den Scheiten kleine Abstände lassen.

  • Schutz vor Nässe bieten, z. B. unter herabreichenden Dächern, am besten an der West-oder Südseite des Hauses. Dabei einen Abstand zur Wand lassen, damit die Luft zirkulieren kann. Holz nicht direkt auf dem Erdboden stapeln, sondern eine Palette oder Bretter auf Steinen unterlegen.

  • Wird Holz zur Lagerung geschüttet statt gestapelt, kann die Luft besser zirkulieren. Dies beansprucht allerdings mehr Platz.

  • Holz lange genug lagern (je nach Art des Lagers und des Holzes 9 Monate oder länger, Eiche kann bis zu drei Jahre dauern). Der Feuchtigkeitsgehalt von Brennholz darf maximal 25 Prozent betragen.