Forstpolitik

Rat und Anleitung für Waldeigentümer braucht regionale Strukturen

Bearbeitet von Rainer Soppa

Der Waldbesitzerverband Brandenburg e.V. (WBV) unterstützt die Neustrukturierung des Landesbetriebs Forst Brandenburg, da sie in Anbetracht einer sich verändernden Natur- und Wirtschaftswelt notwendig geworden ist. Der Waldbesitzerverband sagt allerdings nein zu der geplanten Reduzierung der Forstämter.

Der WBV hat sich umfassend mit den Anforderungen der Gegenwart und Zukunft auseinandergesetzt und wie man diesen Herausforderungen begegnen kann. Es sei ein Fortschritt, dass die Mitarbeiterzahl erhöht werden soll. „Der zukünftig hohe Pflegebedarf in den Naturverjüngungs- und Umbauflächen zu Mischwald bedarf versierter Forstwirte, die beim Personalbedarf unbedingt mitbedacht werden müssen. Ein Loch stopfen und ein anderes aufreißen birgt Gefahren“, mahnt dabei Thomas Weber, Vorsitzender des Waldbesitzerverbands Brandenburg an.

Gerade das hoch motivierte Personal des Landesforstbetriebs habe in der Vergangenheit strukturelle Defizite durch Pragmatismus kompensiert. Die Waldbesitzer erhoffen sich, dass nun endlich Ruhe in den Betrieb Einzug hält und die Mitarbeiter im Landesforstbetrieb sich Ihrem originären Tätigkeitsfeld widmen können. Kritik gilt es dabei an der Reduzierung der Oberförstereien zu formulieren. Die Reduzierung der Förstereien sei „richtig und wichtig“, jedoch sollten die Kreisgrenzen hierbei den entscheidenden Faktor darstellen. Mit einer Reduzierung auf vierzehn Forstämter würde der immer notwendiger werdende Dialog zwischen den unteren Naturschutzbehörden und den unteren Forstbehördengestärkt werden können. “Hier hat man eine Chance verpasst, die Forstverwaltung an die kommunalen Strukturen anzubinden und hierdurch zu stärken“ gibt Stephan Kirchharz,Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes hierbei zu bedenken. Darüber hinaus müssen viele Revierförster für die neuen Anforderungen und Herausforderungen weitergebildet und qualifiziertwerden. Daher sollte vorerst eine dichtere Anbindung an das Forstamt vorhanden sein. Die Erhöhung der Reviere auf 192 ist bei dem steigenden Bedarf an Beratung, angesichts der klimatisch bedingten Veränderungen, nur folgerichtig. Dabei müssen die Hoheitsförster den privaten Waldbesitzern qualifiziert mit Rat und Anleitung zur Seite stehen. Gerade der Bereich Waldschutz und Waldbrandschutz wird in Zeiten des Klimawandels verstärkt Zeit und besondere Aufmerksamkeit beanspruchen. Dieser Bereich ist zu wenig abgebildet und berücksichtigt worden.

Umweltbildung

Umweltbildung muss bei den Kindern beginnen! Dabei ist das Denken über Generationen hinweg der Markenkern der Forstwirtschaft. Warum in Anbetracht dieses Wissens gerade eine so erfolgreiche Waldschule, wie Hainholz, geschlossen werden soll, ist dringend zu hinterfragen. Eine wichtige Rolle für die Waldbesitzenden nimmt das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde ein. Wir begrüßen ausdrücklich die vorgesehene Verbesserung des Wissenstransfers zur Beratung der Waldbesitzenden und der hoheitlichen Revierleiter.„Wir brauchen den Wald aller Waldbesitzenden zur Bewältigung der Herausforderungen im Klimawandel. Deshalb müssen auch möglichst viele Waldeigentümer für diese Aufgabe begeistertwerden“ stellt Thomas Weber abschließend fest.

Quelle: Waldbesitzerverband Brandenburg e.V.