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Die geschützten Przewalski-Pferde auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der BImA in Schweinheim bei Aschaffenburg

Rahmenvereinbarung zwischen BImA und DB Netz AG

Die DB Netz AG und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten ab sofort auf 35.000 Hektar bundesweit ein neues Zuhause. Möglich ist dies, weil die BImA ab sofort schnell und unkompliziert der Bahn Ausgleichsflächen für Großbauprojekte in einer Datenbank zur Verfügung stellt. Aktuell sind bereits über 5.000 Maßnahmen am Start.

Die Deutsche Bahn ist wie kein anderes Verkehrsunternehmen in Deutschland im Arten- und Umweltschutz aktiv. Vor allem durch Ausgleichsmaßnahmen für große Infrastrukturprojekte haben viele seltene oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten inzwischen ein neues Zuhause gefunden. Aktuell laufen bereits mehr als 5.000 Projekte zugunsten von Auerhahn, Fledermaus, Wasserbüffel, Zauneidechse, Ziege und Co. Um geeignete Ausgleichsflächen noch schneller zu finden, haben die DB Netz AG und die BImA jetzt einen neuen Vertrag geschlossen. Die BImA, das zentrale Immobilienunternehmen des Bundes, hat bundesweit 35.000 Hektar im Portfolio, die ab sofort als Flächen für den Großprojekteausgleich in einer Datenbank zur Verfügung stehen.

Experten aus den Bundesforstbetrieben

„Als eine der größten Flächendienstleisterinnen Deutschlands bringt die BImA mit ihrem Geschäftsbereich Bundesforst im land- und forstwirtschaftlichen Geländemanagement jahrzehntelanges Know-how ein“, erklärte Paul Johannes Fietz, Vorstandsmitglied der Bundesanstalt. „Der Bundesforst betreut die Liegenschaften naturverträglich und nutzerorientiert.“ In das Aufgabenportfolio des Bundesforstes wird künftig auch das ökologische Aufwerten der Liegenschaften fallen, die der DB Netz AG für Kompensationsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden sollen. Die jeweiligen Maßnahmen werden die Experten in den einzelnen Bundesforstbetrieben vor Ort umsetzen. Bis 2030 stehen durch Neu- und Ausbau des Schienennetzes (Bedarfsplanprojekte des Bundes) weitere Kompensationsmaßnahmen an. Diese umfassen rund 13.700 Hektar. Das entspricht etwa der Fläche der Stadt Halle/Saale. Das Investitionsvolumen dafür liegt weit über 770 Millionen Euro. Kommt es bei Infrastrukturprojekten zu Veränderungen der Landschaft, muss der Bauherr dies kompensieren, um den Status Quo des Naturhaushaltes zu erhalten. Dies ist seit 1976 im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verankert. Die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden von der zuständigen Behörde festgelegt und sind Bestandteil des Planrechtes beziehungsweise Genehmigungsbescheides.

Wasserbüffel beweiden Militärgelände

Jüngstes Beispiel ist die Weiterentwicklung eines ehemaligen Militärgeländes als Ausgleich für den Ausbau der Strecke Hanau – Nantenbach. Seit Anfang 2018 sind auf der „wilden Weide“ bei Aschaffenburg unter anderem zehn Wildpferde und elf Heckrinder zuhause. Ein rund drei Kilometer langer Rundweg mit 15 Infotafeln bietet Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt vor Ort. Auch im hessischen Büdingen beweiden Wasserbüffel eine Fläche auf einem ehemaligen Militärgelände.

Red./BImA

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