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Entwicklung von amerikanischen und europäischen Herkünften der Roteiche in Deutschland

Quelle: Forstarchiv 82: 4, 125-133 (2011)
Autor(en): LIESEBACH M, SCHNECK V

Kurzfassung: Die Roteiche (Quercus rubra L.) ist die häufigste nichtheimische Laubbaumart in Deutschland. Da über deren Variation wenig bekannt ist, wurden im Jahr 1991 vier Herkunftsversuche mit zweijährigen Roteichen in Lübeck (Schleswig-Holstein), Wächtersbach (Hessen), Waldsieversdorf (Brandenburg) und Itterbeck (Niedersachsen) angelegt. Das Pflanzgut von 15 amerikanischen und 12 europäischen, überwiegend deutschen, Herkünften der Roteiche wurde in der Institutsbaumschule in Großhansdorf angezogen. Auf den Flächen wurden die Überlebensraten, biotische und abiotische Schäden aufgenommen sowie Höhen- und Durchmesserwachstum gemessen. Die Fläche Itterbeck musste bereits im Jahr der Anlage aufgegeben werden. Auf den anderen drei Flächen verlief die Entwicklung positiv mit sehr ähnlichen Pflanzenzahlen. Beim Höhenwachstum sind Unterschiede zwischen den Flächen im Alter 10 Jahre aufgetreten. Zwischen den Herkünften zeigen sich Unterschiede sowohl im Wachstum als auch in der Qualität. Dabei übertreffen die meisten europäischen Herkünfte die originalen amerikanischen in der Wuchsleistung. Die phänologischen Merkmale Austrieb und Laubverfärbung, die in mehreren Jahren erfasst wurden, sind korreliert. Ebenso besteht ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Rindenbrand und der Ausformung der Stämme. Saatgut für den Anbau der Roteiche sollte in wüchsigen, möglichst qualitativ hochwertigen Beständen in Deutschland gewonnen werden. Saatgutimporte aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet lassen keine weitere Ertragssteigerung erwarten.


Development of American and European provenances of northern red oak in Germany

Abstract: Northern red oak (Quercus rubra) is the most common introduced broadleaved tree species in forestry in Germany. Only little is known about its variability. In 1991, four field trials were established with two-year old seedlings in Germany near Lübeck (Schleswig-Holstein), Wächtersbach (Hesse), Waldsieversdorf (Brandenburg), and Itterbeck (Lower Saxony). The plants, belonging to 15 North-American provenances and 12 European (predominant German) provenances, were grown in the nursery of the institute at Großhansdorf. In the field trials, survival, biotic and abiotic damage were assessed, and height and diameter growth measured. The Itterbeck site had to be closed in the year of establishment. The development of the number of plants was positive and similar on the other three sites. At age 10 significant differences were found in height growth between the sites. The provenances differ in growth and quality. Most of the provenances from Europe are better than those originated in North-America. Flushing and autumn leaf colours, phenological traits assessed over several years, are correlated. There is also a correlation between the occurrence of Fusicoccum bark canker and the stem form. To establish northern red oak stands seeds should only be harvested in good growing and well formed populations in Germany. Further yield increase can not be expected by importing seeds from the natural distribution area.

© DLV München

 

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