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Holz, Innenraumluft, Emissionen, Prüfkammer, Bauteile

Qualität der Innenraumluft: Emissionen an Bauteilen messen, nicht an Materialien

Holz gerät wegen seiner Emissionen flüchtiger Inhaltsstoffe immer wieder in die Kritik, was die Qualität der Innenraumluft angeht. Nur, die Emissionen einzelner Materialien gelten oft nicht für ganze Bauteile. Forscher haben jetzt Vergleichstests gemacht.

Forschende des Fraunhofer WKI und des Thünen-Instituts für Holzforschung haben Emissionen aus einzelnen Baumaterialien mit Emissionen aus Wandaufbauten und mit Konzentrationen flüchtiger organischer Verbindungen in der Innenraumluft in Modellhäusern verglichen. Ergebnis: Selbst unter kontrollierten Bedingungen erlauben Emissionsmessungen von einzelnen Materialien nur selten Aussagen über ganze Systeme wie Wandaufbauten oder gar reale Wohngebäude.

Annäherung an Realität

Prinzipiell sind jedoch Systemprüfungen an ganzen Bauteilen in großen Prüfkammern dazu geeignet, sich der Realität anzunähern und Wechselwirkungen zwischen Emissionen aus den Materialien unter Berücksichtigung der Bauweise zu beschreiben. Durch die Untersuchung von Modellsystemen können aber auch in absehbarer Zeit keine exakten Aussagen über das Emissionsgeschehen in realen Wohnsituationen getroffen werden, da beispielsweise der Mensch und die Witterung großen Einfluss auf die Gesamtsituation ausüben.

Wachsendes wirtschaftliches Interesse

Mit der Studie reagieren die Forschenden auf das wachsende wirtschaftliche Interesse an der Bewertung von Emissionen aus Holzbauprodukten. Am Fraunhofer WKI erfolgten Untersuchungen an einzelnen Baumaterialien und daraus gebauten Wänden als Beispiele für Systeme. Das Thünen-Institut untersuchte Emissionen aus Baumaterialien im Vergleich zu Konzentrationen in Modellhäusern.

Mindestanforderungen einhalten

„Wir konnten feststellen, dass sich der Einfluss der Emissionsraten einzelner Materialien auf die tatsächlich in der Innenraumluft vorgefundenen Konzentrationen sehr komplex darstellt“, fasst Dr. Jan Gunschera, Projektleiter am Fraunhofer WKI zusammen. Grundsätzlich trägt die Emissionsmessung einzelner Produkte dazu bei, Mindestanforderungen einzuhalten. Die Verwendung von geprüften emissionskontrollierten Produkten hat also insgesamt eine positive Wirkung auf die Qualität der Raumluft.

Emissionen unterliegen komplexen Einflüssen

„Andersherum ist aber die Situation in realen Räumen so komplex, dass wir mit der Messung von einzelnen Materialien keine quantitative Schlussfolgerung über die Qualität der Raumluft ziehen können, da die Materialien miteinander interagieren. Systemprüfungen ganzer Bauteile in Prüfkammern steht wiederum ein hoher experimenteller Aufwand gegenüber und mit Modellhäusern können wir uns der Realität auch nur bedingt annähern“, legt Gunschera dar.

Messungen ganzer Wände möglich

Die Realexposition unter Wohnbedingungen kann aber nur durch örtliche Raumluftmessungen beurteilt werden. Wenn Mängel gefunden werden, können sie rückwirkend mit System- und Materialuntersuchungen aufgespürt werden. Hierbei sind Emissionsmessungen in Prüfkammern ein probates Mittel. Am Fraunhofer WKI sind Untersuchungen von Systemen, also ganzen Wänden oder einer Wohnzimmereinrichtung, möglich, da das Institut über bis zu 48 m³ große Prüfkammern verfügt.

Witterung hat Einfluss auf Emissionen

„Durch solche Messungen und anschließendem Vergleich mit Raumluftmessungen in Modellhäusern konnte ein Einfluss der Witterung auf die Emissionen festgestellt werden. Wir sind daher der Meinung, dass dieser Aspekt zukünftig genauer untersucht werden sollte. Das Fraunhofer WKI könnte dazu mithilfe von Prüfkammern, bei denen sich verschiedene Klimabedingungen nachstellen lassen, einen Beitrag leisten“, sagt Gunschera.

Die Untersuchungen sind ein erster wichtiger Schritt, um Material-, System- und Modellmessungen praxistauglicher zu machen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft förderte das Projekt über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

Fraunhofer WKI/Thünen Institut/Red.

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