proPellets Austria schlägt eine Bevorratungspflicht für Pellets vor, um künftig Marktverwerfungen wie 2022 zu vermeiden.
proPellets Austria schlägt eine Bevorratungspflicht für Pellets vor, um künftig Marktverwerfungen wie 2022 zu vermeiden.
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proPellets Austria fordert gesetzliche Bevorratungspflicht für Pellets

23. Januar 2023
Höhere Versorgungsicherheit und damit stabilere Preise – das ist das Ziel der vom österreichischen Branchenverband proPellets Austria vorgestellten gesetzlichen Pelletbevorratungspflicht. Händler und Produzent von Pellets sollen demnach verpflichtet werden, in Summe 10 % der im jeweiligen Vorjahr verkauften Ware zu bevorraten. Die Lagerbestände sollen bis 1. Dezember 2024 aufgebaut sein, die Hälfte davon bereits bis 1. Dezember 2023.

Schon jetzt setzen über 180.000 Haushalte, zahlreiche Gewerbebetriebe, Schulen, Kindergärten und Altersheime auf eine gesicherte Versorgung mit Pellets, erklärt Christian Rakos, Geschäftsführer von proPellets Austria und Präsident der World Bioenergy Association.

Nachfrage steigt rasant

Und die Nachfrage nach Pelletheizungen steige weiterhin enorm an: Im Jahr 2021 seien mit 12.000 Anlagen 50 % mehr Pelletheizungen installiert worden als im Jahr davor. Noch stärker sei der Markt 2022 gewachsen. Schätzungen zufolge wurden über 22.000 neue Pelletheizungen installiert.

Der Krieg in der Ukraine führte sowohl zu einer Rekordnachfrage nach Pellets, als auch zur Unterbrechung von Lieferungen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland. Europaweite Versorgungsengpässe und abrupte Preissteigerungen waren die Folge.

Inzwischen hat sich die Versorgungslage entspannt und die Preise sinken wieder. Dennoch hätten die Engpässe im vergangenen Sommer gezeigt, dass eine ausreichende Bevorratung die beste Vorsorge gegen unvorhersehbare Engpässe und extreme Preisausschläge wäre.

Versorgungssicherheit durch Bevorratungspflicht

Neben dem Ausbau der Pelletproduktion durch elf neue Pelletierwerke sei eine gesetzliche Verankerung einer Pelletbevorratungspflicht wichtig, um bei steigendem Bedarf im Zuge der Energiewende Versorgungssicherheit und Preisstabilität gewährleisten zu können. Das entsprechende Modell zur Bevorratungspflicht sei den politischen Entscheidungsträgern bereits vorgelegt worden.

Was für Öl und Gas schon längst gelte, müsse auch für Pellets umgesetzt werden. Die Einrichtung verpflichtender strategischer Reserven sei dringend notwendig, um im Zuge der Energiewende eine stabile Versorgung mit erneuerbarer Energie zu gewährleisten, plädiert Rakos.

Das Bevorratungsmodell im Detail

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proPellets Austria Vorschlag zur Bevorratungspflicht für Holzpellets
Der Vorschlag von proPellets Austria sieht vor, Produzenten und Importeure, die in Österreich Pellets in Umlauf bringen, zu verpflichten, saisonale und strategische Reserven in Höhe von jeweils 5 % der Vorjahresmenge aufzubauen
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Der Vorschlag von proPellets sieht vor, Produzenten und Importeure, die in Österreich Pellets in Umlauf bringen, zu verpflichten, saisonale und strategische Reserven aufzubauen. Eine saisonale Reserve von 5 % der im Vorjahr in Österreich in Verkehr gebrachten Ware – aktuell rund 65.000 t - muss von den verpflichteten Unternehmen bis 1. Dezember nachgewiesen werden. Dieser Lagerbestand kann dann ab 15. Dezember wieder zur Versorgung des Marktes ausgeliefert werden. Zusätzlich ist eine dauerhafte strategische Reserve von 5 % der im jeweiligen Vorjahr verkauften Menge aufzubauen. Um Verwerfungen auf dem Markt zu vermeiden, soll die strategische Reserve bis zum 1. Dezember 2024 aufgebaut werden. Bis 1. Dezember 2023 soll die Hälfte der vorgeschriebenen Mengen erreicht werden.

Eine Freigabe der strategischen Vorräte könnte auf Basis einer Empfehlung des Energielenkungsausschusses durch eine Verordnung des für Energie zuständigen Ministeriums erfolgen.

Die Kalkulation der Kosten der Bevorratung wurde von proPellets auf Basis von Expertenschätzungen durchgeführt. In Summe ergeben sich, je nach Marktpreis, Kosten zwischen 1,1 und 1,9 % des Endkundenpreises. Da derzeit schon Ware, wenn auch in geringerem Ausmaß, gelagert wird, dürfte der tatsächlich anfallende zusätzliche finanzielle Aufwand noch geringer sein.

Quelle: proPellets Austria