23.10.2012Ausbildung | Ausbildung | Weiterbildung, Fortbildung

Projektfortschritt im "Ivenacker Hudewald"

Besucherandrang im Ivenacker Hudewald anlässlich der Eröffnung der neuen Steganlage am 21.10.2012
Foto: Ralf Hecker
Die 1000-jährigen Ivenacker Eichen sind eine kultur- und naturhistorische Besonderheit, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Doch diese Riesen sind keine Reste einstiger Urwälder, sondern Zeugnisse der im Mittelalter verbreiteten Landnutzungsform des Hude(Hüte)-Waldes, der sich im Ivenacker Tiergarten bis heute erhalten hat. Wie der Wald schon seit dem Ende des ersten Jahrtausends als Weide für Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen genutzt wurde, das können Besucher im "Ivenacker Hudewald" nun noch eindrucksvoller erleben.

"Ivenacker Hudewald" wurde am 8. Februar 2010 auf 164 ha als Schutzwald nach § 21 Landeswaldgesetz ausgewiesen. Auf 2 ha entstand hier 2011 ein Schweineschaugatter mit Wasserspiel und Schutzhütten; in diesem Jahr folgte eine Steganlage mit Aussichtsplattform, die am 21. Oktober eröffnet wurde. Gefördert wurde das Projekt des Forstamtes Stavenhagen mit 649800 EUR aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums ELER.

"Mit der 125 Meter langen Steganlage durch das Gatter demonstriert die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern das Bild von einem Waldkulturerbe, das schon vielfach in Vergessenheit geraten ist", sagte Agrarminister Dr. Till Backhaus anlässlich der Eröffnung der Steganlage. Das Schaugatter ist, so der Leiter des Forstamtes Stavenhagen Ralf Hecker, ein weiterer Besuchermagnet für die jährlich etwa 50000 Besucher im Ivenacker Tiergarten.

"Ivenacker Hudewald"

Der Ivenacker Tiergarten ist in Mecklenburg-Vorpommern der einzige Wald, in dem heute Schweine gehalten werden und sich von der "Mast des Waldes" ernähren dürfen, denn eigentlich ist das Halten und Hüten von Haustieren im Wald nicht erlaubt.

Unter den Ivenacker Eichen fühlen sich die Turopolje-Schweine, eine besonders bedrohte alte Haustierrasse aus den kroatischen Save-Auen, sauwohl. Da das Deutsche Weideschwein schon um 1975 ausgestorben ist, haben die Turopolje-Schweine als "lebende Genreserve" hier nun ein artgerechtes Refugium gefunden.

Neben den Turopolje-Schweinen ist im Hudewald seit Ende des 17. Jahrhunderts auch Damwild zu Hause. Das erste Gatter wurde im Jahre 1929 aufgelöst. Seit 1974 ist das Gelände auf ca. 75 ha wieder eingezäunt. 70 bis 80 Stück Damwild leben hier und tragen durch ihren Verbiss an der Baumverjüngung dazu bei, dass der Hudewald-Charakter des Gebietes erhalten bleibt.

Die stärkste Ivenacker Eiche hat heute übrigens einen Durchmesser (in Brusthöhe) von 3,49 m und eine Höhe von 35,5 m, was einem Holzvolumen von 180 m³ entspricht. Ihr Alter wird anhand von Jahrringmessungen auf ca. 1000 Jahre geschätzt. Sie ist damit die stärkste und älteste lebende Eiche Deutschlands.

LU MV/fp

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