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Wie hoch sind die in Totholz gebundenen Kohlenstoffvorräte?

Projekt zur Schätzung von Totholz-Kohlenstoffvorräten

Am Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde ist das Projekt „Verbesserung der Schätzung der Totholz-Kohlenstoffvorräte für die deutsche Treibhausgas-Berichterstattung“ gestartet. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fördern das Vorhaben über die Laufzeit von Juni 2017 bis August 2020 im Rahmen des Walklimafonds.

Für die Klimaberichterstattung erstellt Deutschland Treibhausgasinventare, um die verschiedenen internationalen Berichtspflichten zu erfüllen. Die Treibhausgasemissionen des Waldes werden im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft berichtet. Im Wald erfolgt die Berichterstattung zu den Veränderungen der Kohlenstoffvorräte anhand fünf verschiedener Pools, von denen einer der Pool Totholz ist. Dazu gehören stehende und liegende Totholzobjekte, tote Wurzeln und tote Baumstümpfe. Im Hinblick auf die Vollständigkeit und den Detaillierungsgrad weist die derzeitige Berichterstattung des Totholzpools Defizite auf.

Mit diesem Projekt soll die Schätzung der Totholz-Kohlenstoffvorräte für die deutsche Treibhausgas-Berichterstattung vervollständigt und verbessert werden. Geplant ist ein umfassender Vergleich verschiedener Inventurverfahren der Totholzerfassung sowie die Analyse bereits existierender Daten zu Totholzobjekten, Totholzvorräten und Holzdichten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Erarbeitung eines Inventurkonzeptes zur Erfassung und Schätzung von Wurzelstöcken und toten Wurzeln. Ein weiteres Arbeitsziel ist die praktische Umsetzung einer deutschlandweiten Totholzinventur im Gelände. Anhand der erhobenen Daten sollen Methoden für die Biomasseberechnung von Totholz entwickelt werden. Aufbauend auf diesen Informationen und den Inventurdaten erfolgt dann die Berechnung und Erstellung eines umfassenden Totholzinventars für die Klimaberichterstattung.

Der erfolgreiche Abschluss des Projektes wird durch die Integration des Gesamtverfahrens in die deutsche Treibhausgasberichterstattung erreicht.

Dr. K. Oehmichen/Thünen-Institut für Waldökosysteme

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