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Projekt „Thüringer Rhönhutungen“ als UN-Dekade-Projekt „Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet

Das Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“ wurde als UN-Dekade-Projekt „Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet.

Die entsprechende Urkunde übergab Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund gemeinsam mit Dr. Christiane Paulus vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit am 6. April an den Landschaftspflegeverband Biosphärenreservat Thüringische Rhön.
Das Projekt
Das Naturschutzgroßprojekt Thüringer Rhönhutungen beinhaltet das größte Hügelland-/Mittelgebirgs-Magerrasengebiet Deutschlands mit sehr langen z.T. noch intakten Triftverbindungen und umfasst den größten Teil der Kalkmagerrasen der Vorderrhön. Es liegt in den Landkreisen Wartburgkreis und Schmalkalden-Meiningen. Die einzelnen Magerrasen im Nordostteil des Biosphärenreservates Rhön in der Östlichen Vorder- oder Kuppenrhön liegen dabei in einem sehr engen Biotopverbund und zeichnen sich durch bemerkenswerte Flächengrößen von etwa 50 bis 300 ha aus (z.B. Hohe Geba-Südhang: >300 ha).
Das Projekt umfasst ein Kerngebiet von 3.474 ha und besteht seit 2002. Die Förderung durch Bund und Land beträgt 90 % des Gesamtfinanzvolumens von insgesamt 6 Mio. €. Ziel des Vorhabens ist der Schutz, der weitere Biotopverbund und die Pflege und Entwicklung der charakteristischen Biotoptypen der Vorderrhön. Dazu zählen insbesondere Trockenrasen, großflächige Basalt-, Röt- und Kalk-Magerrasen, Wacholderheiden, Steintriften, Kalkscherbenäcker und Kalk-Flachmoore. In kleineren Bereichen finden sich Buchen-, Kiefern- und Eibenwälder.
In den acht Kerngebieten wurden in den letzten Jahren vorrangig Maßnahmen zur Erhaltung der auf Magerrasen typischen Pflanzen- und Tierarten durchgeführt. Dabei spielt die Schafbeweidung eine herausragende Rolle So wurden alle vorhandenen Schafherden gestärkt durch Ankauf von Tieren und Erleichterung der Bedingungen.
Der Freistaat Thüringen hat sich dem Bund gegenüber verpflichtet, über die Förderlaufzeit des Projektes, die 2016 endet, hinaus die Kerngebiete durch das Kulturlandschaftsprogramm KULAP besonders zu unterstützen.
Die UN-Dekade Biologische Vielfalt wurde von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade Biologische Vielfalt eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland an. Sie wird im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUB) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) von der Geschäftsstelle der UN-Dekade umgesetzt.
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

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