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Projekt Seltene Baumarten abgeschlossen

Projekt Seltene Baumarten abgeschlossen

Von 2010 bis 2013 leitete das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ein deutschlandweites Projekt zum Erhalt genetischer Ressourcen seltener und gefährdeter Baumarten. Im Focus standen insgesamt zehn Arten: Wildbirne, Wildapfel, Feldahorn, Eibe, Elsbeere, Speierling, Flaumeiche, Gewöhnliche Traubenkirsche, Grauerle und Grünerle. Die Abschlusstagung zum Projekt fand am 5. März 2013 in Eberswalde statt
In der ersten Projektphase erfolgte unter Einbeziehung der forstlichen Versuchsanstalten der Bundesländer die einheitliche Erfassung von Vorkommen dieser Arten. Dazu wurden von jeder Baumart so genannte „Genobjekte“ kartiert, dass heißt Populationen von mindestens fünf Individuen mit einem maximalem Abstand von einem Kilometer zwischen zwei benachbarten Individuen. Neben der Lage und Größe des Vorkommens wurde eine Vielzahl weiterer Parameter aufgenommen, die die Vitalität, die Altersstruktur und die Möglichkeiten zur Erhaltung der Genobjekte beschreiben.
Alle Informationen gingen in eine einheitliche Datenbank ein, die zentral von der IDaMa GmbH in Freiburg geführt wird und bereits in Vorläuferprojekten zur Schwarzpappel und zu den heimischen Ulmenarten zum Einsatz kam. Nach abgeschlossener Kartierung wurden ausgewählte Vorkommen anhand bestimmter Isoenzyme und DNA-Mikrosatelliten genetisch charakterisiert. Diese Analysen geben Aufschluss über die genetische Struktur der Vorkommen und über die Möglichkeiten, populationsbiologische Analysen durchzuführen.
Besonderes Augenmerk lag auf der Bestimmung von Kulturferne bei Wildapfel und Wildbirne, aber auch auf der regionalen Differenzierung von Seltenheit und Gefährdung der zehn betrachteten Baumarten. Die gewonnenen Erkenntnisse sind eine wichtige Grundlage für Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen besonders gefährdeter Arten in der Zukunft.
LFE

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