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Vernetzung im Forst- und Holzsektor: Das EU-Projekt RoK-FOR

Vernetzung im Forst- und Holzsektor: Das EU-Projekt RoK-FOR

Ziel der europäischen Union ist es u.a., durch öffentliche Maßnahmen günstige Rahmenbedingungen für „Leitmärkte“ zu schaffen. Leitmärkte sind Forschungsbereiche, von denen ein hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Nutzen für Europa erwartet wird. Auch für den Forst- und Holzsektor wurden relevante Themen in die Leitmarktinitiative aufgenommen: Das nachhaltige Bauen, die erneuerbaren Energien und biobasierte Produkte. Den nachwachsenden Rohstoff Holz mit diesen drei Leitmärkten zu verknüpfen, ist Aufgabe des Projekts RoK-FOR (Regions of Knowledge for Forestry). Das durch die europäische Union geförderte Projekt setzt Anreize zur stärkeren nationalen und internationalen Vernetzung und Kooperation in der europäischen Forst- und Holzwirtschaft. Das Projekt versteht sich als Kommunikations- und Kooperationsplattform für Projektpartner aus unterschiedlichen Regionen Europas.
Am Projekt beteiligt sind Finnland (Nord-Karelien), Spanien (Katalonien), Deutschland (Baden-Württemberg) und länderübergreifend Frankreich-Spanien (Aquitanien/ Baskenland) sowie Kroatien und Serbien. Die Regionen setzen sich jeweils aus einem Vertreter der Forschung, Wirtschaft und öffentlichen Verwaltung zusammen. Folgende Fragestellungen haben sich für gemeinsame Aktionen und Projekte zwischen den Projektpartnern herauskristallisiert:
  • Wie kann die Motivation von Privatwaldbesitzern für eine nachhaltige Waldwirtschaft verbessert werden?
  • Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf Waldökosysteme und Waldwirtschaft der einzelnen Regionen?
  • Wie kann die Verwendung von Holz für Bioenergie und nachhaltiges Bauen gefördert werden?
  • Wie können Innovationen in der Forst- und Holzwirtschaft gefördert werden?
Kurzprojekte, sogenannte „Joint Actions“, sollen nun in den Regionen konzipiert und umgesetzt werden. Diese werden jeweils von einem Projektpartner in eigener Verantwortung koordiniert. Folgende „Joint Actions“ sind geplant:
  • Förderung der Holzverwendung,
  • Bewusstseinsschaffung für Holz als Energieträger und Baustoff
  • Konkurrenz zwischen stofflicher und energetischer Nutzung von Holz,
  • Modellierung der Auswirkungen des Klimawandels
  • Fördermöglichkeiten für Umsetzung von Innovationen in der Forst- und Holzwirtschaft.
In Deutschland ist das Cluster Baden-Württemberg an zwei Aktionen federführend beteiligt. In einem Vergleich zwischen Deutschland und Finnland soll die Motivation von (Klein-)Privatwaldbesitzern für eine nachhaltige Waldwirtschaft untersucht werden. Das zweite Kurzprojekt hat den Schwerpunkt Holzbau.
Frederic Andes, Verena Quadt, Simon Boden, Prof. Dr. Heinrich Spiecker

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