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„Biodiversität und Schalenwildmanagement“

Das Projekt „Biodiversität und Schalenwildmanagement in Wirtschaftswäldern“ wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt des Bundesumweltministeriums von September 2015 bis August 2021 durchgeführt.

Mit einem veränderten Management des Reh- und Rotwildbestands soll gezeigt werden, wie die Wilddichte angepasst und in der Folge die natürliche Verjüngung von Wäldern erreicht werden kann. Ziel ist es, die typische biologische Vielfalt im Wald zu erhalten und zu steigern. Das neue Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit 1,9 Mio. € gefördert. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet das Projekt fachlich.
Überhöhte Wildbestände – vor allem von Reh- und Rotwild – führen nicht nur zu wirtschaftlichen Schäden für die Waldbesitzer, sondern beeinträchtigen die biologische Vielfalt im Wald erheblich. Denn bei hohen Wilddichten werden vor allem die Jungpflanzen von Laubbäumen und beispielsweise Tannen, unabhängig von den jeweiligen Waldstrukturen, stark verbissen. Die Folge ist eine Entmischung und Verarmung der Pflanzengesellschaften. Um eine natürliche Verjüngung und eine langfristig naturnahe Bewirtschaftung stabiler Wälder zu ermöglichen, müssen Schalenwilddichten entsprechend angepasst und daher vielerorts verringert werden. Die aktuelle Bundeswaldinventur aus dem Jahr 2012 zeigt, dass ein Drittel aller jungen Laubbäume verbissen ist.
Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN: „Eine solche Größenordnung gefährdet nicht nur die biologische Vielfalt und den ökonomischen Wert unserer Wälder, sondern beeinträchtigt vielfach auch deren Funktion als Schutzwald, Wasser- oder Kohlenstoffspeicher. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Gerade mit Blick auf den Klimawandel sind die Erhaltung und der flächenmäßige Ausbau naturnaher Wälder sehr wichtig.“
Verbundpartner sind die Georg-August-Universität Göttingen, die Technische Universität Dresden und die Technische Universität München. Koordiniert wird das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW).
Vorgesehen ist unter anderem, sogenannte Weiserzäune auf ausgewählten, repräsentativen Flächen einzurichten. Das ermöglicht den Vergleich von eingezäunten und nicht eingezäunten Flächen und verdeutlicht damit den Einfluss des Wildes auf die Vegetation. Zudem sollen moderne Jagdstrategien entwickelt und erprobt werden. Das Wildtiermanagement ist dabei an den Biodiversitätszielen ausgerichtet und soll prüfen, ob es auch den ökonomischen Zielen der Waldnutzung entspricht. Nicht zuletzt soll das Projekt zur Weiterentwicklung eines modernen Jagdrechts beitragen, das sowohl der Wildbiologie als auch der ökologischen Intaktheit der Wälder dient.
 

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BfN

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