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Professor Spellmann 60 Jahre

Professor Spellmann 60 Jahre

Man mag es kaum glauben, Professor Dr. Hermann Spellmann begeht am 26. Januar 2014 seinen 60. Geburtstag. Geboren in Osnabrück, wuchs er wohlbehütet und katholisch erzogen im ländlichen Umfeld in Rulle auf, wo sein Vater Landarzt war. Aus „Liebe zur Natur“ studierte er Forstwissenschaften an der Forstlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen und wurde bereits in einem jugendlichen Alter von knapp 23 Jahren Forstreferendar im damaligen Forstamt Sieber im Harz. Die Niedersächsische Landesforstverwaltung übernahm ihn unmittelbar nach dem Staatsexamen zum 1. Januar 1979 im Waldbaudezernat der Bezirksregierung Braunschweig – Außenstelle Hildesheim.Dort arbeitete er u. a. mit Dr. Ripken an den gewaltigen Modellberechnungen der Reinerträge der wichtigsten Baumarten sowie der gesamten Holzproduktion in den niedersächsischen Landesforsten (Aus dem Walde, Nr. 30).Aber bereits 4 Monate später ergriff er die Chance, auf eine „grüne“ Stelle als wis-senschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Forsteinrichtung und Ertragskunde nach Göttingen zu wechseln. Dort promovierte er 1984 zum Thema „ Zustandserfassung in Kiefernbeständen mit Hilfe des Luftbildes“. Unter anderem für diese originelle Dissertation erhielt er den Thurn- und Taxis-Förderpreis für die Forstwissenschaft 1985. Gewürdigt wurde darüber hinaus der junge Wissenschaftler, der „bereits zahlreiche wichtige Arbeiten auf den Gebieten der forstlichen Betriebswirtschaftslehre, der Ertragskunde sowie der Forsteinrichtung veröffentlicht hatte, die im In- und Ausland auch von Praktikern mit großer Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen wurden“.Nach 8 Jahren in der Wissenschaft, wo er u. a. auch mit großem Engagement an einer bundeseinheitlichen Reform des Forststudiums mitgearbeitet hat, zog es Her-mann Spellmann wieder näher an die forstliche Praxis, zunächst als Leiter des Sachgebietes „Ertragskundliches Versuchswesen“ und ab Oktober 1991 als Leiter der Abteilung Waldwachstum der Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt. Im Januar 2003 übernahm er deren Leitung und im Februar 2006 wurde er erster Leiter der neugegründeten Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) der Länder Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in Göttingen (seit 2011 auch Schleswig-Holstein).Fachlich kompetent, begabt mit Visionen und Augenmaß, mitreißendem Schwung und Überzeugungskraft, ist Hermann Spellmann eine herausragende Persönlichkeit der deutschen Forstwirtschaft und des internationalen, forstlichen Versuchswesens. Als Gründungsdirektor mit einem hohen Maß an Sozialkompetenz ist es sein Verdienst, dass er die MitarbeiterInnen aus 3 Ländern weitgehend reibungslos zu neuen Arbeitsteams zusammenführte und es ihm gelang, innerhalb kurzer Zeit alle Bediensteten hinter der neuen „Nordwestdeutschen“ Ausrichtung zu vereinen sowie die gemeinsame Versuchsanstalt zu einer der bedeutendsten bundesdeutschen Versuchsanstalten zu entwickeln.In der Tradition seiner Vorgänger leitet er als Anstaltsleiter auch in Personalunion eine Abteilung (Waldwachstum). Weiterhin wissenschaftlich zu arbeiten, aber auch den Kontakt zur Praxis zu wahren sind ihm Herzensanliegen und gewährleisten eine praxisorientierte Forschung bzw. einen hohen Grad an Umsetzung von Forschungsergebnissen in der Praxis.2004 wurde Hermann Spellmann zum Honorarprofessor bestellt und erhielt die Venia Legendi für die Fächer Waldbau, Waldinventur und Waldwachstum.Hermann Spellmann besitzt eine besondere analytische Begabung, zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen in der Forstwirtschaft und in angrenzenden Fachbereichen frühzeitig zu erkennen. Es ist ihm ein Anliegen, auch die Forschung der NW-FVA nicht nur als Auftragsforschung der Trägerländer zu begreifen, sondern die Forschung vorausschauend zu gestalten.Diverse Projekte mit z. T. bundesweiter Bedeutung hat er konzipiert bzw. koordiniert (NaLaMa-nT) und zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht (NWE5). Ihn treibt die Neugier auf Ergebnisse, auf neue Methoden, die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten, die Zusammenarbeit mit jungen Nachwuchswissenschaftlern etc.Daneben wurde er in zahlreiche Beiräte und Fachgremien berufen, zuletzt als Mit-glied und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik des BMELV, und ist Vizepräsident des Deutschen Verbandes Forstlicher Versuchsanstalten. Wir gratulieren Hermann Spellmann herzlich und danken für seinen unermüdlichen Einsatz und sein umfassendes, berufliches Engagement, auch über die NW-FVA hinaus. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihm weiterhin die erforderliche Kraft, berufliche Erfüllung und vor allen Dingen Gesundheit.

Heinz-Werner Streletzki

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