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Prof. Werner Lanz 80

Prof. Werner Lanz 80

Prof. Dr. Werner Lanz hat mit 80 Jahren ein bewegtes Leben hinter sich. In einer waldreichen Gegend Niederschlesiens fühlte er sich von Jungend an zum Wald hingezogen. Nach dem Verlust der Heimat 1945 musste er in der DDR eine Waldfacharbeiterlehre absolvieren, um Forstwirtschaft studieren zu dürfen. Nach einem Studienjahr in Tharandt wurde ihm die Studienerlaubnis entzogen wegen Zugehörigkeit zur christlichen Studentengemeinde. Ein zweites Mal musste er Familie und sein Zuhause verlassen und setzte sein Studium in Freiburg i.Br. fort. Nach Doktorarbeit in Entomologie und Großem Staatsexamen in Baden-Württemberg war er freiberuflich als Forsteinrichter in zahlreichen Forstämtern Südbadens tätig.
Anschließend kam er an die Forstliche Fakultät in Hann. Münden, wo er im Waldbau-Institut über forstliche Düngung arbeitete.
1964 trat er in die BASF ein, wo er an der Landwirtschaftlichen Versuchsstation Limburgerhof mit dem Aufbau der Forstberatungsstelle betraut wurde. Forschung und Beratung in Sachen Forstschutz und Düngung mit Schwerpunkt Herbizidentwicklung waren über 14 Jahre seine Aufgaben. Sein Wirkungsfeld lag in der forstlichen Praxis in Zusammenarbeit mit Forstverwaltung, Versuchswesen und Wissenschaft. Tagungen und Seminare wurden in Limburgerhof gehalten und wissenschaftliche Kontakte gepflegt, u.a. war er einige Jahre Sektionsleiter in der IUFRO.
Mit 48 Jahren erhielt er einen Ruf an die Forstliche Fachhochschule in Göttingen für das Lehrgebiet Forstschutz und Waldkrankheiten. Neben einer praxisbezogenen Lehre und Betreuung vieler Diplomarbeiten befasste er sich mit der Erforschung der Zuwachsleistung schadstoffgeschädigter Fichtenbestände.
Nach seiner Pensionierung war Lanz als vereidigter Forstsachverständiger mit Waldbewertungen und sonstigen Gutachten in Niedersachsen, Hessen und Thüringen beschäftigt. Daneben war er in Kirche und Glaubenssachen aktiv: Marburger Kreis, Telefonseelsorge, Referent bei der IVCG, Studentenbibelkreis und CiF (Christen in der Forstwirtschaft).
Mit bereits 73 Jahren folgte Lanz mit seiner Frau einem Ruf der ev. Kirche Russlands (ELKRAS). Dreieinhalb Jahre war er im Kaukasus, Nord-Ural und in Ostpreußen tätig und wurde nach einigen Jahren der Bewährung vom Erzbischof der ELKRAS zum Pfarrer ordiniert. Lanz hat über 50 Fachpublikationen geschrieben, darunter zwei Bücher, das letzte mit dem Titel „Erlebtes Russland“.
Dem heute in Hann.Münden lebenden Jubilar wünschen seine Freunde und Kollegen zum neuen Lebensjahrzehnt weiterhin Gesundheit und Freude an seinen Hobbies Sport und Sprachen.
Walter Schöpfer

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