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Prof. Hans Joachim Katzur †

Prof. Hans Joachim Katzur †

Am 4. Januar 2014 verstarb, kurz vor seinem 77. Geburtstag, der Gründungsdirektor des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften, Prof. Dr. sc. Hans Joachim Katzur.
Katzur, am 29. Januar 1937 geboren, studierte nach Forstfacharbeiterlehre und Abitur Forstwissenschaften an der TU Dresden/Tharandt. 1965 promovierte er am Institut für Landschaftspflege der Humboldt-Universität zu Berlin zum Doktor der Landwirtschaft und 1971 zum Dr. sc. agr. Bis 1989 wirkte Katzur an der HUB als Hochschulassistent, -dozent und außerordentlicher Professor. 
 
Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit bildeten die forst- und landwirtschaftliche Rekultivierung sowie die raumfunktionale Eingliederung von Kippen und Halden des Braunkohlenbergbaus in die Kulturlandschaft. 1989 übernahm er die Leitung der Abt. Bergbaufolgelandschaft des Instituts für Landschaftsforschung und Naturschutz in Finsterwalde. Nach der Wiedervereinigung wurde er zunächst als kommissarischer Leiter der Einrichtung ernannt. In dieser Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs hat Prof. Katzur durch seine fachliche Kompetenz und Überzeugungskraft maßgeblich zur positiven Evaluierung des Instituts durch den Wissenschaftsrat beigetragen. Folgerichtig wurde er 1992 zum Direktor des neu gebildeten Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften e.V. (FIB) ernannt.
 
Bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand 2002 wurden unter seiner Leitung zahlreiche Forschungsprojekte zur Wiederherstellung ökologisch intakter und leistungsfähiger Landschaften in den von gravierenden Umweltproblemen betroffenen Bergbaugebieten durchgeführt. Prof. Katzur hat durch Fachwissen, Beharrlichkeit und Aufrichtigkeit wesentlich zum Ertrag des FIB und zum Transfer der Ergebnisse in die Praxis beigetragen. So hat er sich um die Gestaltung und Entwicklung der Bergbaufolgelandschaften und ihre Bevölkerung große Verdienste erworben.

Auch nach seinem Ausscheiden brachte sich Prof. Katzur als Ratgeber in die Arbeit des Institutes und den wissenschaftlichen Diskurs ein. Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten sind in 170 wissenschaftliche Publikationen eingeflossen. Noch 2010 veröffentlichte er eine umfangreiche „Chronik der Rekultivierungsforschung und Landschaftsgestaltung im Lausitzer Braunkohlenrevier bis 1990“. Die Mitglieder und die Mitarbeitenden des FIB werden ihm in Dankbarkeit ein ehrendes Andenken bewahren. Sein Wirken ist uns eine Verpflichtung.

Dr. Michael Haubold-Rosar

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