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Prof. Rudolf Frauendorfer verstorben

Prof. Rudolf Frauendorfer verstorben

Am 5. November 2012 ist der Nestor der österreichischen Forstökonomie em. Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Frauendorfer im 89. Lebensjahr verstorben. Mit seinem fachlichen Wirken hat sich Prof. Frauendorfer in besonderem Maße für die Forstökonomie sowie das Forstwesen insgesamt verdient gemacht. Während seiner Arbeit an der Forstlichen Bundesversuchsanstalt von 1954 bis 1967 hat er den Fachbereich Ertragskunde und Betriebswirtschaft aufgebaut.
1967 wurde Rudolf Frauendorfer zum Ordinarius für Forstliche Betriebswirtschaft und Forsteinrichtung an der Hochschule für Bodenkultur in Wien berufen. Bis zu seiner Emeritierung 1992 hat er Generationen von Forststudenten das ökonomische Rüstzeug zur Bewährung in der betrieblichen Praxis vermittelt.
 
Rudolf Frauendorfer ist es gelungen, in mehreren Bereichen fachliche Akzente von bleibendem Wert zu setzen. In der Forsteinrichtung ist ihm die Einführung von Absolutertragsklassen ebenso zu verdanken wie die Verwendung von Stichprobeninventuren. Auf ihn gehen die betriebswirtschaftlichen Untersuchungen im Rahmen von Testbetriebsnetzen zurück, die heute mehr denn je für Forstpolitik, Wissenschaft und betriebliche Praxis gleichermaßen von großer Bedeutung sind. Auch Beiträge zur Erfolgsrechnung sowie zur Waldbewertung haben nach wie vor gültige Standards mitbestimmt.
 
Sein Engagement für die forstliche Weiterbildung von Gymnasiallehrern ist vorbildlich für eine moderne, branchenbezogene Öffentlichkeitsarbeit. Für seine Arbeiten zur bäuerlichen Waldwirtschaft wurde Frauendorfer 1989 an der Universität Freiburg der Karl-Abetz-Preis verliehen. Sein wissenschaftliches Lebenswerk wurde schließlich 1995 von der Universität München mit dem Ehrendoktorat gewürdigt.
 
Einer der bedeutenden Forstleute des 20. Jahrhunderts ist von uns gegangen. Die Fachwelt wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Walter Sekot

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