Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Prof. em. Dr. Peter Abetz †

Prof. em. Dr. Peter Abetz †

Am 11. Februar 2014 starb Prof. em. Dr. Peter Abetz im Alter von 87 Jahren. Er leitete das Institut für Waldwachstum der Universität Freiburg von 1977 bis 1992. Abetz studierte in Freiburg Forstwissenschaften. Das Referendariat schloss er 1956 mit der großen Forstlichen Staatsprüfung ab. Bereits 1958 wurde er an die Abteilung Ertragskunde der neu gegründeten Baden-Württembergischen Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt versetzt. Dort promovierte er zwei Jahre später über den Wachstumsverlauf der Japanlärche und Fichte auf gleichem Standort. 1968 übernahm er die Leitung der Abteilung Ertragskunde. Ein Jahr später habilitierte er mit Arbeiten zur Begründung und Erziehung von Fichtenbeständen. Abetz ist die hervorragende Organisation der Forschung auf den wertvollen langfristigen Versuchsreihen zu verdanken. Seine Versuchsanordnungen schlossen auch extreme Behandlungsvarianten ein, die sich im Laufe der Zeit als besonders wertvoll für die Waldwachstumsforschung erwiesen. Sie liefern noch heute wichtige Informationen über Auswirkungen von Waldpflege und von Umweltveränderungen.Schon früh erkannte Abetz, dass sich die Waldbewirtschaftung an den Produktionszielen orientieren muss. Durch die Auswahl und Pflege einer kleinen Zahl von „Z-Bäumen“ kann die Wertsteigerung auf effiziente Weise erhöht und das Betriebsrisiko vermindert werden. Durch zahlreiche Versuche konnte er diese Überlegungen untermauern und in Schulungen der Praxis anschaulich vorstellen. Die Forschungsergebnisse schlugen sich in zahlreichen Entscheidungshilfen zur Verjüngung und Pflege von Wäldern nieder, die einen großen Einfluss auf die praktische Waldbewirtschaftung haben.1977 folgte Abetz dem Ruf an den Lehrstuhl für Waldwachstum an der Universität Freiburg. Bei seinen Empfehlungen orientierte er sich nicht am Zeitgeist. So stießen manche seiner innovativen Empfehlungen zur Waldbewirtschaftung in der Praxis zunächst auf Widerstand. Wichtige Forschungsfelder waren unter anderem die Fichtenstandraumversuche in Riedlingen, die die Auswirkungen unterschiedlicher Durchforstungsintensitäten zeigten. Auch zur Douglasie legte er Standraumversuche an. Besonders intensiv widmete sich Abetz der Fichte. Die Forschungsarbeiten hatten das Ziel, die Kosten für die Bestandesbegründung zu senken sowie die Wertleistung und die Betriebssicherheit zu steigern. Seine Forschungsergebnisse schlugen sich auch in praktischen Handlungsempfehlungen zur Durchforstung nieder. Er untersuchte das Wachstum konkurrenzfrei erwachsener Bäume, befasste sich mit Auswirkungen der Windbelastung auf die Holzstruktur und mit Ideen zur Anpflanzung von Wildobstbäumen im Wald. Auch Auswirkungen von Umweltveränderungen auf das Wachstum von Fichten und Buchen waren wichtige Forschungsgebiete. Mit seiner innovativen Forschung gab Abetz der Waldforschung und der Forstwirtschaft bis heute wirksame Impulse. Mit Prof. Peter Abetz verlieren wir einen Waldforscher, der wie wenige andere die mitteleuropäische Waldwirtschaft geprägt hat.

Heinrich Spiecker

Auch interessant

von