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Prof. Dr. Udo Mantau feiert 60. Geburtstag

Prof. Dr. Udo Mantau feiert 60. Geburtstag

Am 17. Oktober 2010 vollendete Prof. Dr. Udo Mantau, Leiter des Instituts Ökonomie der Forst- und Holzwirtschaft und geschäftsführender Direktor des Zentrums Holzwirtschaft an der Universität Hamburg, sein 60. Lebensjahr. Geboren und aufgewachsen im westfälischen Lippstadt, begann er das Studium der Volkswirtschaft in Bonn und wechselte kurz darauf nach Freiburg. Auf der Suche nach „seinem“ Markt, gab es bereits während des VWL-Studiums in der Forststadt Freiburg die ersten Berührungspunkte zum späteren Tätigkeitsfeld. Mit einem DAAD-Stipendium für Schweden in der Tasche gelang schließlich der Sprung zur Forstwirtschaft – und wurde seine fortdauernde Liebe zu Schweden geweckt. Mit Unterstützung von Prof. Erwin Nießlein analysierte er an der Forsthochschule in Stockholm bei Prof. Göran von Malmburg die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse in Schweden und Deutschland.
Zurück in Freiburg folgten der Promotion Arbeiten über Marktentwicklungen, die ihn der Ökonometrie näher brachten. In jener Zeit waren die USA führend auf dem Gebiet. Mit einem Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) begann er seine Habilitation bei Prof. Thomas Waggener an der University of Washington in Seattle und bei Prof. Bill McKillop an der University of California in Berkeley – ohne allerdings den Kontakt zum Freiburger Forstpolitik-Institut zu verlieren.
Im Jahr 1980 wechselte Mantau dann in die freie Wirtschaft: zur Heinze-GmbH in Celle. Aus der Stabstelle Baumarktforschung entwickelte sich ein Profitcenter für Marktforschung, das er gemeinsam mit seinem Nachfolger Dr. Christian Kaiser inzwischen zu einem führenden Anbieter für Marktforschung in der deutschen Bauwirtschaft gemacht hat. Gleichzeitig wurde Celle in der Lüneburger Heide zur Heimat der vierköpfigen Familie.
1992 folgte Mantau dem Ruf nach Hamburg und übernahm dort den Lehrstuhl für Ökonomie der Forst- und Holzwirtschaft. Mit seinen Erfahrungen im Marketing wunderte er sich zunehmend über die Diskussion zur Marktunfähigkeit von Umwelt- und Erholungsleistungen des Waldes. Mit Hilfe eines großes EU-Forschungsvorhaben Arbeiten über die forstliche Produktlücke mit der Dokumentation von 100 Vermarktungsbeispielen. Auch der Wandel von dem  Begriff der „Waldfunktionen“ zu dem der „Waldleistungen“ geht auf Mantau zurück.
Eine „schicksalsvolle“ Begegnung mit Dr. Bernhard Keller bei einem Münchner Symposium lenkte die Forschungsaktivitäten des Wahl-Norddeutschen in eine andere Richtung: Ende der 1990er Jahre begann der Energiemarkt zunehmend den Holzmarkt zu beeinflussen.
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Sägenebenprodukte entstanden zunächst einzelne Befragungen in statistisch nicht erfassten Märkten, dann das Rohstoffmonitoring und schließlich die Holzrohstoffbilanz. Durch die Symbiose aus Forschung und Praxis ist mit der Holzrohstoffbilanz ein Rechenwerk entstanden, das inzwischen europaweit zum Standard für Analysen zur Holzbiomasse geworden ist. In diesen Tagen wird das Projekt „Euwood“ veröffentlicht, das die Holzrohstoffbilanz auf die Länder der EU27 anwendet und Szenarien der Holzrohstoffversorgung in Europa aufzeigt. Nicht weniger wichtig waren in dem Zusammenhang die zahlreichen Marketingstudien, die Mantau für den Holzabsatzfonds und im Baubereich erstellte. So zog sich der Bogen der Forschungsarbeiten vom Rohstoff bis zum Endwarenbereich. Auf Anregung von Dr. Klaus Kibat entstand die Stoffstromanalyse.
Dass ein Lehrstuhl vor allem auch Lehre bedeutet, zeigt sich nicht nur an den über 100 Abschlussarbeiten, die er bislang betreut hat. Mit Vorlesungen wie Holzmärkte, Holzhandelskunde, Marktforschung, Marketing sowie Holz- und Forstwirtschaftspolitik deckt Mantau ein breites Spektrum ab. Darüber hinaus hat er als langjähriger Vorsitzender der Studienreformkommission den Umbau vom Diplomstudium zum Bachelor- und Masterstudium mitgeprägt. Seit etwa fünf Jahren ist Mantau außerdem geschäftsführender Direktor des Zentrums Holzwirtschaft der Universität Hamburg.

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