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Prof. Dr. Johannes Eichhorn in den Ruhestand verabschiedet

Bearbeitet von Jörg Fischer

Am 26. Februar wurde Prof. Dr. Johannes Eichhorn im Rahmen einer coronakonformen kleinen Feierstunde vom hessischen Landesforstchef, Ministerialdirigent Carsten Wilke, aus dem aktiven Dienst an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) verabschiedet. Prof. Dr. Eichhorn war fast 40 Jahre im forstlichen Versuchswesen an leitender Stelle, zuletzt als Leiter der Abteilung Umweltkontrolle, tätig.

Nach dem Forststudium in Freiburg, dem erfolgreichen Abschluss des Staatsexamens in der Hessischen Landesforstverwaltung und den akademischen Weihen der Promotion und Habilitation war der Schritt in das forstliche Versuchswesen nur eine logische Konsequenz. Prof. Dr. Gärtner als damaliger Leiter der hessischen Forstlichen Versuchsanstalt hat das Talent des jungen „Eichhorn“ schnell erkannt und ihn nach Hann. Münden geholt. Als Mann der ersten Stunde hat Prof. Dr. Eichhorn dort Forschungen zu den Waldbelastungen durch Immissionen in Hessen maßgeblich begleitet. Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe waren die jährlichen Waldschadens- bzw. Waldzustandsberichte.

Den Waldschäden auf der Spur

Die Waldschäden waren nicht nur singulär auf eine Ursache, sondern auf einen umfangreichen Ursachenkomplex zurückzuführen. Die Einrichtung von intensiven Dauerbeobachtungsflächen im Rahmen verschiedener nationaler und europäischer Programme in Verbindung mit Experimentalflächen hat Prof. Dr. Eichhorn an vielen Stellen initiiert und vorangetrieben. Die Ergebnisse daraus ermöglichten ein rechtzeitiges Erkennen und Verstehen negativer Auswirkungen auf den Wald. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeiten waren vor allem der Stoff- und Wasserhaushalt der Böden, der Stickstoff und seine Auswirkungen auf das Waldökosystem sowie die Klimaschäden und deren Folgewirkungen.

Die Forschungen zu den Waldschäden waren von europaweiter Dimension. Als anerkannter Forstwissenschaftler hat er sich nicht nur auf nationaler, sondern auch auf europäischer Ebene engagiert. Er war u. a. über 10 Jahre Chairman des Expert Panels of Crown Conditions im ICP Forests mit Vertretern aus 37 Ländern. Mit Gründung der NW-FVA übernahm Prof. Dr. Eichhorn die Abteilungsleitung „Umweltkontrolle“. Themen wie Klimawandel, Biodiversität und CO2-Senkenleistung hat er in der NW-FVA in das bisherige Waldmonitoring integriert und durch neue Konzeptionen verstärkt untersucht.

Der Niederschlag seiner Arbeiten findet sich in fast 200 Publikationen wieder. Darunter sind nicht nur „peer reviewte“ Veröffentlichungen auf hohem wissenschaftlichen Niveau, sondern auch Beiträge in Zeitschriften, die vor allem für die forstliche Praxis bestimmt sind. Ganz wichtig für die Praxis sind die jährlichen Waldzustandsberichte für die Trägerländer. Er und sein Team haben allein für das Land Hessen über 30 Waldschadens- bzw. Waldzustandsberichte erstellt, weshalb es auch nicht verwundert, dass ihm seine Kolleginnen und Kollegen zum Abschied einen eigenen Waldzustandsbericht „Sonderausgabe Eichhorn“ überreichten.

Im verdienten Unruhestand wird sich Johannes Eichhorn mit ganzer Hingabe seinen musikalischen und künstlerischen Begabungen widmen können. Seine Kolleginnen und Kollegen wünschen ihm und seiner Familie für die Zukunft alles Gute und vor allem viel Gesundheit.

Quelle: NW-FVA