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Prof. Dr. Horst Weisgerber (M.) mit dem Stiftungsratsvorsitzenden Stefan Nowack (l.) und dem Vorstandsvorsitzenden Carsten Wilke (r.)

Prof. Dr. Horst Weisgerber erhält Georg-Ludwig-Hartig-Preis

Der ehemalige Leiter des Instituts für Forstpflanzenzüchtung der Hessischen Forstlichen Versuchsanstalt in Hann. Münden, Prof. Dr. Horst Weisgerber, ist am 7. Oktober mit dem Georg-Ludwig-Hartig-Preis der Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung ausgezeichnet worden. Mit dem Preis wird sein jahrzehntelanges Engagement im Sinne des forstlichen Nachhaltigkeitsgedankens und zum Schutz der Wälder weltweit gewürdigt.

Prof. Weisgerber war in vielen Funktionen in nationalen und internationalen Gremien tätig. Seine Berufungen zum Berater der EU-Kommission in Fragen des Forstvermehrungsgutrechtes, Leiter von Arbeitsgruppen der International Union of Forest Research Organisations (IUFRO), Leiter von Projekten der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in der Volksrepublik China, in die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Erhaltung forstlicher Genressourcen“, Internationale Pappelkommission der FAO (Food and Agriculture, Organisation der UN) u. a. sind Ausdruck seiner weltweit geschätzten Kompetenz in Sachen Forstpflanzenzüchtung. Zahlreiche Fachpublikationen belegen seine Erfahrungen auf diesem Gebiet.

Pionierarbeit gegen Desertifikation

Ab 1983 war Prof. Weisgerber Teamleiter für Aufforstungsprojekte der GTZ in der VR China im Bereich des Aufforstungsprogramms „Grüne Mauer“ und leistete hier Pionierarbeit. Dort, wo Wüstensande und Bodenerosion die Lebensgrundlagen der Menschen bedrohen, gelang es seinem Team in Zusammenarbeit mit den chinesischen Kollegen die Grundlagen für den Aufbau der Wälder und die Nachzucht von geeignetem Pflanzgut zu legen. Besonders wichtig war ihm hierbei die Ausbildung der chinesischen Forstleute, sodass viele chinesische Wissenschaftler und Praktiker den Weg nach Hann. Münden fanden.

Aufgrund seiner Verdienste um die Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China wurde Weisgerber 2003 zum Ehrenprofessor der Forstlichen Akademie in Peking ernannt. Daneben war er bis vor Kurzem als Mitherausgeber der Enzyklopädie der Holzgewächse tätig.

Preisverleihung vor internationalem Publikum

Die Preisverleihung fand im Rahmen des Internationalen Faustmann-Symposiums im Jagdschloss Kranichstein statt. Das Faustmann-Symposium ist ein Treffen von Forstwissenschaftlern aus aller Welt und nach dem Forstmann Martin Faustmann benannt.

Die Laudatio auf den Preisträger hielt für die Stiftung der Stiftungsratsvorsitzende Stefan Nowack. Er würdigte den Preisträger für seinen Einsatz im Sinne der Nachhaltigkeit. Prof. Weisgerber habe sich um die Verbreitung des Nachhaltigkeitsgedankens im Sinne der Stiftungsverfassung verdient gemacht.

Die Stiftung

Die Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung ist eine landeseigene Stiftung. Der Preis ist mit 5.000 € dotiert. Daneben fördert die Stiftung Arbeiten forstlicher Nachwuchskräfte, die im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens tätig sind. Um das literarische Werk Hartigs einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sammelt und veröffentlicht die Stiftung die Bücher Hartigs.

Georg Ludwig Hartig

Georg Ludwig Hartig wurde 1764 im hessischen Gladenbach geboren. Er wirkte als Oberförster in Hungen, war Landforstmeister im damals nassauischen Dillenburg, Oberforstrat in der württembergischen Forstverwaltung und schließlich Leiter der preußischen Forstverwaltung. Unermüdlich setzte er sich für die Verbesserung des Zustandes der ihm anvertrauten Wälder ein. Daneben entfaltete er eine rege schriftstellerische und Lehrtätigkeit. Er gilt als der bedeutendste „forstliche Klassiker“ und als einer der Begründer des forstlichen Nachhaltigkeitsgedankens.

Quelle: Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung

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