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Prof. Dr. Horst Dieter Brabänder 90 Jahre

Am 11. November 2019 feiert Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Dieter Brabänder, Emeritus für forstliche Betriebswirtschaftslehre an der Georg-August-Universität Göttingen und Ehrendoktor der Westungarischen Universität in Sopron, seinen 90. Geburtstag.

In Osnabrück geboren und in Hamburg aufgewachsen begann er nach der Reifeprüfung seine forstpraktische Lehrzeit in der Letzlinger Heide und das Forststudium in Eberswalde. 1953 musste er aus der DDR fliehen und legte anschließend sein Forstdiplom an der Universität in Freiburg im Breisgau ab. Er wurde Forstreferendar bei der südbadischen Forstverwaltung; danach war er im Forstschutz und auf dem Gebiet der forstlichen Biometrie bei Michail Prodan tätig. Dort promovierte er 1957 über die Qualitätskontrolle von Laubholzbeständen und wechselte anschließend zu Karl Abetz in sein späteres Fach der Forstlichen Betriebswirtschaftslehre. 1966 habilitierte er sich mit seiner Schrift über den „Kontenrahmen für Forstbetriebe“. Nach seinem Wechsel zur Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe in Münster setzte er von dem zuvor Erforschten und Gelehrten einiges in der Praxis um, bspw. bei der Reorganisation der Forstverwaltung oder beim Aufbau des forstlichen Betriebsvergleichs Westfalen-Lippe, der auch heute noch Bestand hat.

Prof. Brabänders Wirken an der Universität Göttingen

1974 erhielt Horst Dieter Brabänder den Ruf auf den Lehrstuhl für Forstliche Betriebswirtschaftslehre an die Universität Göttingen. Er vertrat dieses Fach in Forschung und Lehre mit großem persönlichen Engagement, pflegte auch enge fachliche und persönliche Kontakte zu Lehrstuhlvertretern anderer Länder und förderte den wissenschaftlichen Nachwuchs und das Fach, indem er sich sowohl für die theoretische Fundierung als auch praktische Anwendung und für eine im umfassenden Sinn erweiterte Forstökonomie einsetzte. Ihm war schon früh klar geworden, dass die Holzerlöse auf Dauer nicht ausreichen würden, um eine nachhaltige Forstwirtschaft in einer zunehmend anspruchsvollen, den Wald vielfach beanspruchenden Industriegesellschaft langfristig zu sichern, sondern dass auch volkswirtschaftliche und umweltökonomische Aspekte wissenschaftlich bearbeitet und in die Forstpolitik eingebracht werden müssen. Dieser Wissenstransfer gelang ihm bspw. als langjähriger Vorsitzender des Ausschusses für Betriebswirtschaft des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR).

Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 1995 blieb Horst Dieter Brabänder weiterhin aktiv, bspw. im Sachverständigengremium der Internationalen Tropenholzorganisation (ITTO), als Weltreisender, als Jäger oder in seinem idyllischen Refugium am Ufer der Havel in der Nähe der Stadt Brandenburg. Er hielt auch weiterhin Kontakt zu „seinem Institut“ und der großen Schar ehemaliger Studenten, Mitarbeiter und Doktoranden. Diese schätzen an ihm seine persönliche Zuwendung, seinen scharfen Sinn, aber auch die bisweilen spitze Zunge.

Eine kleine Kostprobe sei dazu noch erlaubt. Als vor zwanzig Jahren – also kurz vor der Jahrtausendwende – in einer großen Seminarveranstaltung über die Forstwirtschaft im nächsten Jahrtausend nachgedacht wurde, wagte ein Kollege die vollmundige Prognose: „Das nächste Jahrtausend wird ein Jahrtausend des Holzes sein!“ Dafür erhielt er großen Zuspruch. Darauf merkte Prof. Brabänder an: „Verehrter Kollege, für die Waldbesitzer wird es wichtig sein zu wissen, ob dies eher zu Beginn oder Ende des Jahrtausends der Fall sein wird.“ Volltreffer! Wir wünschen Prof. Brabänder weiterhin diesen wachen Geist, Gesundheit und Freude am Leben und am Kontakt zu der großen Vielzahl von Menschen, die er fachlich und persönlich geprägt hat.

Bernhard Möhring, Martin Moog

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