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Prof. Dr. Heinz Butin

Prof. Dr. Heinz Butin 90 Jahre

Prof. Dr. Heinz Butin wurde am 13. April 90 Jahre alt. Er prägte die Gehölzpathologie seit vielen Jahrzehnten wie kein anderer.

Prof. Dr. Heinz Butin wurde am 13. April 1928 in Bad Godesberg geboren. Er zeigte frühzeitig Interesse an allen Aspekten der biologischen Wissenschaft. Folgerichtig studierte er ab 1947 Naturwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und promovierte 1954 über physiologisch-ökologische Aspekte der Flechten. Anschließend war er im Rahmen eines DFG-Stipendiums wissenschaftlicher Mitarbeiter an dem von Prof. Herbert Zycha geleiteten „Institut für forstliche Mykologie und Holzschutz“ der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in Hannoversch Münden. In dieser Zeit wurden die Mykologie, und speziell die Krankheiten der Bäume, zu seinem wissenschaftlichen Schwerpunkt. Ein längerer Auslandsaufenthalt an der ETH Zürich bei Prof. Dr. E. Gäumann und dem Askomyzetenspezialisten Dr. Emil Müller vertiefte seine botanischen und mykologischen Kenntnisse. Diese breite Grundlage auf dem Gebiet der klassischen Morphologie der Pilze und der Gefäßpflanzen bildete die wesentliche Voraussetzung für seine inzwischen mehr als sechs Jahrzehnte umspannende Forscherkarriere [1].

Ab Mai 1958 erhielt Dr. Butin eine feste Anstellung am „Institut für Forstpflanzenkrankheiten“ der BBA in Hann. Münden. Habilitation und Übertragung der venia legendi für das Fach Mykologie an der Georg-August-Universität Göttingen erfolgten im Jahr 1964. Ab August 1968 übernahm H. Butin die Leitung des BBA-Instituts, und bereits ein Jahr später wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Forstlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen ernannt. Da sowohl das BBA-Institut als auch die forstliche Fakultät sich vor ihrem jeweiligen Umzug in Hann. Münden befanden, ergab sich eine fruchtbarer Austausch in Bezug auf Lehre und Forschung. Die außerordentlichen fachlichen und didaktischen Fähigkeiten von Prof. Butin haben Generationen von Studierenden der Forstwissenschaft für sein Fachgebiet begeistert, nicht zuletzt den Verfasser, der in seiner Berufswahl wesentlich von Prof. Butin beeinflusst und unterstützt wurde und dafür sehr dankbar ist.

Mehrere teils längere Auslandsaufenthalte während seiner insgesamt 38 Dienstjahre bei der BBA (heute Julius Kühn-Institut) trugen maßgeblich zur Bandbreite seiner Forschungstätigkeit bei. Beispielsweise fungierte Prof. Butin ab 1966 für gut zwei Jahre als Leiter des Instituts für Forstschutz an der Universidad Austral de Chile in Valdivia/Chile und trug damit zum Aufbau der dortigen Forstlichen Fakultät bei. In den Jahren 1979 bis 1981 ergab sich an der Northeastern Forest Experiment Station in Hamden, Connecticut sowie Durham, New Hampshire (USA) ein reger Austausch mit Alex Shigo, dem Begründer der modernen Baumpflege. DAAD-Gastdozenturen sowie DAAD-Forschungsvorhaben führten ihn zwischen 1983 und 1985 mehrfach an die Universidad Austral de Chile in Valdivia, die Universidad Bio-Bio in Concepción sowie an die Forstlichen Fakultät der Universidad Autónoma de Nuevo León in Linares, Mexiko. In Europa entstand ab Mitte der 1980er eine enge Kooperation mit Dr. T. Kowalski vom Institut für Forstschutz der Universität Krakau, die in wegweisende Veröffentlichungen zur Beteiligung der Pilze am Prinzip der natürlichen Astreinigung mündete.

Prof. Butin ist eines der langjährigsten Mitglieder und ehemaliger Präsident (1984-1986) der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Seine mehr als 200 breit gefächerten Fachveröffentlichungen sind ein wesentlicher Beitrag zum Verständnis von Baumkrankheiten und belegen auch die Notwendigkeit dieses Fachgebietes für Forstwissenschaft und Baumpflege. Er betreut bis in die jüngste Zeit die jeweiligen Neuauflagen seiner bekannten Fachbücher „Krankheiten der Wald- und Parkbäume“ sowie „Farbatlas Gehölzkrankheiten“ (Ulmer-Verlag) und arbeitet weiterhin aktiv und begeistert, wenn auch leider nicht mehr mit der früheren körperlichen Energie, an Fachpublikationen. Auch dies sei anderen eine Inspiration zum Thema „Lebenslanges Lernen“!

Zahlreiche ehemalige Doktoranden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine große Anzahl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland wünschen Heinz Butin zu seinem 90. Geburtstag das Allerbeste und hoffen, dass er gesund und glücklich auch weiterhin fachlich aktiv bleibt.

Literatur:

[1] Kehr, R.; Kowalski, T.; Holdenrieder, O.; Schumacher, J.; Dujesiefken, D. (2016): Prof. Dr. Heinz Butin, 60 Jahre Forschung in der Gehölzpathologie. In: Dujesiefken, D. (Hrsg.): Jahrbuch der Baumpflege, 9-20.

Rolf Kehr

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