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Prof. Dr. Hanns Helmut Höfle gestorben

Prof. Dr. Hanns Helmut Höfle gestorben

Prof. Dr. Hanns Helmut Höfle ist von einem Ausflug in die Wälder Georgiens nicht zurückgekehrt. Nach vielen Tagen intensiver Suche hat man seinen Leichnam am 27. Juni 2014 gefunden. Höfle weilte in einem Nationalpark Georgiens aufgrund eines Symposions der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). Hanns Helmut Höfle begann seine bewegte forstliche Laufbahn in den 60er-Jahren in Baden-Württemberg, promovierte in Freiburg 1967, habilitierte acht Jahre später an der ETH Zürich. Schließlich wechselte er in die Niedersächsische Landesforstverwaltung, wo er sich zunächst im Maschinenhof Hannover-Misburg, später im Lehrforstamt Bovenden in leitender Funktion bewährte. Er gab in dieser Schaffensperiode wesentliche Impulse für den Maschineneinsatz, für zeitgemäße Holzernteverfahren und auf waldbaulichem Gebiet für die Pflege von Buchen-Edellaubholzbeständen. Gleich nach dem Wechsel in den norddeutschen Bereich erfolgte seine Umhabilitation an der Universität Göttingen, die ihm dafür die Venia legendi im Lehrgebiet „Arbeitswirtschaft und Forsttechnik“ verlieh. 1981 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt.Seine Erfahrungen arbeitete er gewohnt systematisch auf, brachte sie ein in Aktivitäten beim Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik und nutzte sie als Kurzzeitexperte und Gastdozent in zahlreichen Entwicklungsländern. Damit legte er den Grundstein für seine gefragte Mitarbeit im FAO/ECE/ILO-Gemeinschaftsausschuss für Forstliche Technik, Betriebsführung und Ausbildung, dessen stellvertretender Vorsitzender er von 1994 bis 1998 war und dem er schließlich bis 2004 vorstand.Ein international renommierter Förster prophezeite ihm anlässlich der offiziellen Pensionierung vor nunmehr acht Jahren eine noch lange Zeit der engagierten Lehre an Göttingens Universität – vor allem im international ausgerichteten Schwerpunkt der Forstwissenschaften. Genau so kam es, und eine durch physische oder mentale Defizite zu begründende Grenze seiner Lehraktivitäten war auch nicht absehbar, als er Mitte Mai dieses Jahres das 73. Lebensjahr vollendete. „Er hatte ein großes Herz für lernende, junge Menschen!“, so beschrieb ihn kürzlich sehr treffend einer seiner früheren Kollegen. Die so ausgedrückte Sympathie, die Geduld und sein Verständnis werden zahlreiche Auszubildende ebenso in dankbarer Erinnerung behalten wie die vielen, meist ausländischen Studenten, die von seinem Wissen, seiner Erfahrung und seinem pädagogischen Geschick profitierten. Die Göttinger Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, der sich Prof. Höfle nach wie vor eng verbunden fühlte, Hochschullehrer und Studenten vieler Länder sowie die Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten trauern um eine außergewöhnliche Persönlichkeit.

Heribert Jacke und Klaus Merker

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